Vorträge des Stromseminares 2014

 

 

Die Rolle Deutschlands im globalen Energiesystem

Unter dem Titel "Die Rolle Deutschlands im globalen Energiesystem - Verspielen wir unsere Chance?" zeigte der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE), Prof. Dr. Eicke Weber, zunächst auf, welch erstaunliche Lernkurve die Photovoltaik hinter sich hat und prophezeite: "Die Zukunft ist sonnig, es geht jetzt erst los." Von den notwendigen gesellschaftlichen Systemveränderungen sei der Umbau des Energiesystems am dringlichsten, da wir im Begriff seien, die Stabiliät des Klimas zu gefährden. Neben Effizienzmaßnahmen werde die Photovoltaik dabei eine entscheidende Rolle spielen, so Weber, denn die Sonne habe mehr Potential als die Welt brauche. Die Photovoltaik sei einer der wichtigsten Märkte der Zukunft mit einem großen ökonomischen Benefit. Aufgrund der aktuellen politischen Rahmenbedingungen sinke die Produktion zwar derzeit, die Nachfrage aber steige. "In den nächsten drei Jahren", so Weber "öffnet sich uns ein spannendes 'Window of opportunity', das wir nutzen sollten, um unsere innovative Position zu verteidigen." Er wies dabei auch auf die Pläne des Aufbaus einer XXL-Solarfabrik in schweiz-französisch-deutscher Kooperation hin.

Konzepte für eine Bürgerenergiewende

Alexander Sladek, Geschäftsführer EWS Energie GmbH, beschrieb die Notwendigkeit der Energiewende und die Konfliktpotentiale beim Umbau der zentralen hin zu dezentralen Strukturen. In Bezug auf die Kosten und die politischen Gegebenheiten bemängelte er: „Es fehlt eine wirtschaftliche Betrachtungsweise.“ Denn nicht die Erneuerbaren Energien, sondern die alten Technologien müssten sich rechtfertigen. Als Beispiel für die inkonsequente Gesetzgebung nannte er die Regeln zur Photovoltaik-Direktvermarktung. Diese sei bis 2009 kein Thema gewesen, wurde dann belohnt, seit 2012 neutral behandelt und werde jetzt bestraft. Hier gelte es, Möglichkeiten zu finden, um dennoch neue Anlagen ans Netz zu bringen.