Klimaschutz

Der CO₂-Rechner der EWS hilft Ihnen dabei, Klimaschutz im Alltag umzusetzen und zeigt Ihnen ganz praktisch, wo Sie noch Einsparpotenzial erschließen können.

Der EWS CO₂-Rechner

Im Zuge der eskalierenden Klimakrise, deren Beschleunigung nun wirklich nicht mehr zu leugnen ist, ist Klimaschutz eines der wichtigsten, wenn nicht das wichtigste Thema unserer Zeit geworden. Viele haben bereits begonnen, ihren Alltag darauf auszurichten, denn was das Weltklima aufheizt, weiß ja inzwischen jede:r so ungefähr: fossile Stromerzeugung, Methanemissionen aus der Fleischindustrie, der Verkehrssektor mit Autos, Flugreisen und Schifffahrt, und der Gebäudesektor speziell beim Heizen. Doch wissen Sie, wie hoch eigentlich Ihr persönlicher CO₂-Fußabdruck wirklich ist? Wo liegen Sie im Vergleich zum deutschen Durchschnitt? Und welche Stellschrauben bringen dem Klima wie viel?

Um diese Fragen schnell, übersichtlich und individuell zu beantworten, präsentieren wir Ihnen den EWS CO₂-Rechner in Zusammenarbeit mit der Initiative KlimAktiv. Dieser basiert auf wissenschaftlichen Daten des Umweltbundesamtes, des Statistischen Bundesamtes, des Öko-Institut e.V., der Fraunhofer Gesellschaft ISI, des ifeu (Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg) und vielen mehr.

Machen Sie den Schnellcheck

Im Schnellrechner geben Sie Ihre Rahmendaten ein: Haushaltsgröße, bevorzugte Verkehrsmittel, Ernährungsweise etc. Nach ein paar Klicks haben Sie Ihre persönliche CO₂-Bilanz ermittelt und sehen diese im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt – unterteilt nach den jeweiligen Bereichen. So können Sie auf den ersten Blick sehen, in welchem Sektor noch Luft nach oben ist, bzw. in diesem Fall nach unten.

Wie kann ich mehr Klimaschutz im Alltag integrieren?

An dieser Grafik erkennen Sie auch schnell, welche Veränderung Ihrer Lebensgewohnheiten ein Gewinn für den Klimaschutz wären. Im nächsten Seitenbereich, „Mein CO₂-Szenario“, können Sie dann Veränderungen durchspielen, die Sie vielleicht sowieso in Erwägung ziehen. Was würde der Umzug in ein Niedrigenergiehaus bewirken? Lastenrad statt Auto? Öfter mal vegan essen? Welchen Effekt hätte die Anschaffung einer PV-Anlage? Und, falls Sie noch keinen echten Ökostrom beziehen, wie sehr verringern Sie Ihren CO₂-Fußabdruck mit einem Wechsel? Viele Schritte sind gar keine so großen und leicht durchzuführen, können jedoch durchaus etwas für Ihre persönliche CO₂-Bilanz bewirken.

Persönliche Verantwortung vs. systemische Veränderung

An dieser Stelle müssen jedoch noch ein paar einschränkende Worte fallen: Der EWS CO₂-Rechner ist eine kleine Entscheidungshilfe und ein Informationsangebot, um klimaschonender zu leben. Würde ihn jeder Mensch benutzen und sein Leben darauf ausrichten, könnte so vielleicht eine signifikante Verringerung von Treibhausgasen erzielt werden, und klimaschädliche Industriezweige bekämen ein Problem. Allerdings muss man konstatieren: Das kommt nur für die wenigsten Menschen überhaupt infrage. Zwar finden, direkt befragt, die meisten Deutschen Klimaschutz wichtig oder sehr wichtig. Doch zu Einschränkungen sind nur die wenigsten bereit, und sobald über steigende Benzinpreise gesprochen wird, ist das Klima den meisten schon wieder ziemlich egal.

Und diejenigen, die mit dem Klimarechner ihre persönliche Klimabilanz verbessern wollen, werden feststellen, dass die CO₂-Ersparnisse im Kilogramm-Bereich gemessen werden. Um die angestrebten Klimaziele zu erreichen, müssen die Menschen jedoch Gigatonnen einsparen und Mitte des Jahrhunderts sämtliche Emissionen auf (Netto-)Null setzen. Wir reden also von den ganz, ganz dicken Brettern, die jetzt gebohrt werden müssen.

Viele der Botschaften über Lösungen für die Klimakrise konzentrieren sich inzwischen auf das individuelle Verhalten; es geht mittlerweile kaum noch um systemische Veränderungen.

Michael E. Mann, US-amerikanischer Klimaforscher

Das Problem ist nicht, dass Sie in den Urlaub fliegen wollen. Das Problem ist, dass Sie für das klimaschädlichere Transportmittel Flugzeug weit weniger zahlen als für die Bahnfahrt. Das Problem ist nicht, dass Sie mal eine Bulette essen. Das Problem ist die Massentierhaltung, die absurd niedrige Fleischpreise, den Fleischfabriken hohe Gewinne beschert, die Folgekosten ihres Tuns aber an die Umwelt und die Zukunft weiterreicht. Und während in Talkrunden und sozialen Medien emotionale Verbalgefechte zwischen Veganer:innen und Fleischesser:innen geführt werden, können die Hauptverantwortlichen für die Klimakrise recht unbehelligt ihre Geschäfte fortführen. Denn wenn die Schuld an den steigenden Emissionen auf den Verbraucher abgewälzt wird, können sie sich aus ihrer Verantwortung stehlen.

Die großen Hebel können also nur von der Politik durch Neuordnung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bewegt werden. Dazu gehören etwa das Streichen klimaschädlicher Subventionen und eine Neubewertung aller Fördergelder auf ihre Klimawirkung hin. Im Energiewende-Magazin lesen Sie einen ausführlichen Report über das Konzept des CO₂-Fußabdrucks, und wie es ausgerechnet der Mineralölkonzern BP für seine Imagekampagne okkupiert hat. Außerdem wollen wir das Interview mit Klimaforscher Michael E. Mann empfehlen, der diese Mechanismen in seinem aktuellen Buch „Propagandaschlacht ums Klima“ beschreibt.

Zusammenfassung

Jede:r von uns kann klimafreundlicher leben. Der EWS CO₂-Rechner gibt dabei eine nützliche Hilfestellung, die einem den Klima-Impact unseres Alltags bewusst machen kann. Viele Veränderungen sind sogar recht einfach umzusetzen, etwa der Bezug von Ökostrom oder die Anschaffung klimaschonender Technik, wie etwa eine PV-Anlage, eine Wärmepumpe oder einem Elektrofahrzeug. Wenn Sie im Klimaschutz etwas bewegen wollen, führt aber kein Weg daran vorbei, zusätzlich zum eigenen Verhalten die Regierungsverantwortlichen mit Protest und Bürgerengagement dazu zu bewegen, dass Klimaschutz oberste Regierungsmaxime wird. Denn nur mit neuen Rahmenbedingungen lassen sich wirkliche Veränderungen erzielen.