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Die EWS Solaroffensive

Das EWS Modellprojekt

Reallabor der Bürgerenergie

Die Energieversorgung der Zukunft ist vernetzt, dezentral, gemeinschaftlich organisiert und von den Bürgern getragen. Wir erkunden heute schon die Lösungen für die Energiewelt von morgen.

Der Stromanbieter liefert Strom aus Großkraftwerken, der Kunde verbraucht ihn und zahlt dafür – dieses Modell ist doch soo letztes Jahrhundert. Ein massiver Ausbau von Photovoltaik-Kleinanlagen bietet dagegen vollkommen neue Möglichkeiten: Aus dem Stromkunden wird der Prosumer, der Strom selbst erzeugt, verbraucht, zwischenspeichert und handelt. Und aus der Lieferkette werden lokale Energiegemeinschaften, deren Mitglieder sich gegenseitig mit Energie versorgen. Wie diese Ideen in der Praxis funktionieren können, erkunden wir zusammen mit unseren Kunden im Modellprojekt Schönau.

Virtuelles Bürgerkraftwerk

Das Modellprojekt wurde 2017 von den EWS initiiert und hat derzeit rund 30 Teilnehmer. Dazu gehören ca. 20 PV-Anlagen, unterschiedliche Batteriesysteme, Elektroautos und einige kleine Blockheizkraftwerke. Ziel des Modellprojekts ist es, eine klimafreundliche, dezentrale und bürgergetragene Energieversorgung auf Basis von digitalen Lösungen zu entwickeln. Mit Hilfe von Energiemanagern und intelligenten Messsystemen werden Kleinanlagenbetreiber zu einem virtuellen Bürgerkraftwerk gruppiert. Die Energieflüsse können von den Nutzern jederzeit per App oder in einem Internetportal nachvollzogen werden. 

Im kleinen Rahmen wird erprobt, wie digitale Technologie die Stromflüsse netzdienlich regeln kann. Mittelfristiges Ziel ist zudem, Elektromobilität, elektrische Wärmeerzeugung über Wärmepumpen oder Heizstäbe mit der Solarstromerzeugung zusammenzuführen und auf diese Weise die Energiesektoren Strom, Wärme und Verkehr flexibel zu koppeln. 

Für die technische Realisierung des Energiemanagements und die App-Entwicklung arbeiten die EWS mit der coneva GmbH zusammen, einer Tochter des führenden Wechselrichter-Herstellers SMA Solar Technology AG (SMA).

Bürgerenergiewerkstatt 

Wie lebt es sich mit diesen neuen Technologien? Für welche Anwendungsfälle braucht es Lösungen? Und was könnte noch verbessert werden? Über solche Fragen tauschen sich die Teilnehmer in der Schönauer Bürgerenergiewerkstatt aus. 

Ähnlich funktioniert die digitale Bürgerenergiewerkstatt, an der sich rund 400 EWS-Kunden beteiligen. Die Prosumer und Energiewende-Enthusiasten der Gruppe werden über Newsletter und Umfragen mit in die Diskussion und die Entwicklung neuer technologischen Lösungen einbezogen. Übrigens: EWS-Kunden mit einer PV-Anlage, die mit uns einen Stromaufnahmevertrag abschließen, werden ebenfalls Teil der digitalen Bürgerenergiewerkstatt und können ihre Erfahrungen mit uns teilen. 

Innovationspreis fürs Modellprojekt

Zwei Männer halten gemeinsam eine Urkunde
René Groß (Referent DGRV Bundesgeschäftsstelle Energiegenossenschaften) überreicht Thies Stillahn (EWS eG) auf dem DGRV-Kongress die Preisurkunde.

Das Modellprojekt «Post-EEG-Stromgemeinschaften» setzt also Impulse, die die für die Stromwirtschaft von morgen wegweisend sind. Für dieses Unterfangen wurde das Modell beim Bundeskongress «Genossenschaftliche Energiewende» des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands e. V. (DGRV) im März 2020 mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Im Rahmen der Innovationsschau der Energiegenossenschaften setzte sich der Schönauer Modellversuch gegen fünf andere Projekte in der Publikumsgunst durch.