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Die EWS Solaroffensive

EWS-Stromlieferant/in werden

PV-Altanlagen weiterbetreiben

Ü20 – na und? Nach Ende der EEG-Förderung kaufen wir PV-Strom aus 250 Altanlagen auf, um ihn unseren Kunden zur Verfügung zu stellen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat seit seiner Einführung im Jahr 2000 die Energiewende ins Rollen gebracht und für einen Boom emissionsfreier Energiequellen gesorgt. Ein garantierter Fixpreis für klimaneutrale Stromerzeugung war seinerzeit auf 20 Jahre festgeschrieben. 2021 fallen demnach die ersten Anlagen aus dieser Vergütung.

Wer damals zu den Pionieren gehörte, kann es jetzt wieder werden. Werden Sie mit Ihrer Kleinanlage offizieller EWS-Stromlieferant und schreiben Sie mit uns die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren weiter!

Vorteile

Wenn Ihre Einspeisevergütung nach EEG ausläuft, nehmen wir Ihren Solarstrom ab und beliefern unsere Stromkunden damit. Davon haben alle etwas:  

  • Wir vergüten Ihren Sonnenstrom mit einem Preis über dem derzeitigen Marktwert, welcher bei ca. 3 – 4 Cent pro Kilowattstunde liegt (siehe unten).
  • Ihr Strom wird von EWS-Ökostromkunden genutzt – saubere Energie von Bürgern für Bürger! 
  • Wir fördern den Einbau eines Intelligenten Messsystems (IMSys) durch unseren Partner discovergy mit einmalig 200 €.
  • Durch den Einbau dieses intelligenten Stromzählers erschließen Sie neue Nutzungsmodelle wie Eigenverbrauchslösungen.
  • Bei Ihrem bestehenden EWS-Stromlieferungsvertrag entfallen bei der Grundgebühr die Kosten für den Messstellenbetrieb. Dies kann eine Vergünstigung von bis zu 2 € pro Monat bedeuten.
  • Sie werden Mitglied in unserer digitalen Energiewerkstatt und können Ihre Erfahrungen und Vorstellungen in die Entwicklung neuer Lösungen für die Bürgerenergie einbringen.

Vergütung

  • Strom aus Anlagen bis 15 kWp vergüten wir mit 6 ct / kWh. 
  • Strom aus Anlagen zwischen 15 kWp und 100 kWp vergüten wir mit 5 ct / kWh.
  • Zudem werden die Initialkosten für den Einbau eines intelligenten Messsystems mit einer Einmalzahlung von 200 € durch das EWS-Förderprogramm unterstützt.
  • Für die genannte Vergütung gilt eine Preisgarantie von drei Jahren, unabhängig von der Strompreisentwicklung am Markt.

Voraussetzungen

Um mit Ihrer Anlage EWS-Stromlieferant zu werden, gelten folgende Bedingungen:

  • Das Stromaufnahme-Angebot ist auf 250 PV-Kleinanlagen (bis 100 kWp) beschränkt.
  • Es richtet sich exklusiv an Stromkunden der EWS Elektrizitätswerke Schönau.
  • Bei Ihnen muss ein intelligentes Messsystem (IMSys) verbaut sein. Wenn Sie dieses noch nicht haben, vermitteln wir Ihnen über unseren Partner Discovergy den Einbau und bezuschussen die Umrüstung. 
  • Wenn Sie ein IMSys einbauen lassen, gehen Sie einen Vertrag mit der Discovergy GmbH ein, der für Privatkunden eine monatliche Gebühr, für gewerbliche Kunden eine Jahresgebühr beinhaltet (siehe Kosten). 

Mehr dazu erfahren Sie in den untenstehenden FAQ.

Kosten

Wenn wir für Sie ein intelligentes Messsystem über unseren Partner Discovergy buchen, fallen Kosten für dessen Betrieb an. Für die Stromaufnahme selbst berechnen die EWS keine weiteren Gebühren.

Messstellenbetrieb Gebühren
Einmalige Einrichtungsgebühr 1) 200,00 € (netto)
Betriebsgebühren für Privatpersonen
 
Vertragslaufzeit 2 Jahre, Abrechnung jährlich
167,88 € (brutto)
Betriebsgebühren für gewerbliche Kunden
 
Vertragslaufzeit 2 Jahre, Abrechnung jährlich
141,08 € (netto)
Vertragslaufzeit 8 Jahre, Abrechnung jährlich
100,00 € (netto)


1) Die Einrichtung wird im Rahmen dieses Angebots mit 200 € von den EWS bezuschusst, für Sie fällt lediglich die Mehrwertsteuer von 38 € auf diesen Betrag an.

FAQ zu Vertrag und Messsystem

    • Indem Sie einen Stromaufnahmevertrag mit uns abschließen

      Ihre Photovoltaik-Anlage wurde vor dem 31.12.2000 in Betrieb genommen und hat eine Leistung zwischen 1 und 100 kWp? Dann können Sie als EWS-Stromkundin oder -kunde sofort einen Stromaufnahmevertrag mit den EWS abschließen. Damit erhalten Sie eine festgelegte Vergütung für Ihren Solarstrom, den wir von Ihnen abnehmen und an andere EWS-Kunden verteilen. Bitte beachten Sie: Die Anzahl der Stromaufnahmeverträge, die wir abschließen, ist auf 250 begrenzt.

      Technische Voraussetzung für unser Angebot: Ein «intelligentes Messsystem»

      Um Ihren Strom an uns liefern zu können, benötigen Sie ein intelligentes Messsystem (iMSys) nach aktuellem Sicherheitsstandard. Der Hintergrund: beim gegenwärtigen rechtlichen Stand ist eine viertelstundengenaue, geeichte Messung rechtlich verpflichtend für die sog. «sonstige Direktvermarktung». Auf diesem im EEG beschriebenen Modell beruht unser Stromaufnahme-Angebot. Nähere Informationen zur gegenwärtigen Situation für Ü20-Anlagenbetreiber und zur Diskussion im Rahmen der EEG-Novellierung finden Sie im Abschnitt «Hintergrundinformationen».

    • Mehr als nur ein Strommessgerät

      Bei einem intelligenten Messsystem (iMSys) handelt es sich um einen elektronischen Stromzähler, der nicht nur Verbrauch und Einspeisung misst, sondern auch über eine Kommunikationseinheit (das sogenannte Smart-Meter-Gateway) verfügt. Für die Stromlieferung an uns benötigen Sie solch ein Messsystem, damit wir Ihre Stromerzeugung exakt abrechnen können. Darüber hinaus genießen Sie damit weitere Vorteile:

      • Sie schaffen damit die messstellentechnische Voraussetzung für einen Eigenverbrauch des von Ihrer Anlage erzeugten Stroms.
      • Sie können Ihre Erzeugungs- und Verbrauchsdaten zu jeder Zeit per Webportal oder App abrufen und so Ihr Verbrauchsverhalten der Erzeugung anpassen.
      • Sie benötigen zukünftig keine Zählerstandsablesung mehr, da Ihre Zählerstände automatisch an uns übertragen werden.

      Weitere Informationen zum intelligenten Messsystem finden Sie im Abschnitt «Hintergrundinformationen».

       

    • Über unsere Online-Abschlusstrecke einfach bestellen und fördern lassen.

      Wenn sie unser Stromaufnahme-Angebot online anfragen, werden einige Angaben zu Ihrem Zähler abgefragt. Diese Angaben übermitteln wir – mit Ihrer Zustimmung – an unseren Messstellenpartner Discovergy, der sich anschließend um den Einbau eines passenden intelligenten Messsystems und den Betrieb sowie die Wartung Ihrer Messstelle kümmert.

      Das Vertragsverhältnis zum Messstellenbetrieb besteht dann direkt zwischen Ihnen und unserem Messstellenpartner Discovergy. Die Installation fördern wir mit 200 Euro. Diese werden direkt von Discovergy bei der Rechnungsstellung berücksichtigt.

    • Wir fördern die Kosten für Installation und Einrichtung

      Die Nettokosten von 200 € für die Installation und Einrichtung des Messsystems durch unseren Partner Discovergy erhalten Sie von uns als Anschubförderung. Lediglich die zum Zeitpunkt Ihrer Anfrage gültige Mehrwertsteuer auf diesen Betrag (derzeit 38 €) übernehmen Sie – ebenso wie die Gebühr für den Betrieb der Messstelle.

      Ihre Kosten für den Messstellenbetrieb

      Als Privatperson schließen Sie den Vertrag mit dem Messstellenbetreiber Discovergy zunächst auf zwei Jahre ab, danach verlängert er sich automatisch um ein Jahr, wenn Sie ihn nicht spätestens drei Monate vor Ablauf der Jahresfrist kündigen.

      • Die Betriebsgebühr beträgt für diesen Zeitraum 167,88 € (brutto) pro Jahr und wird direkt mit Discovergy abgerechnet.

      Als Unternehmerin oder Unternehmer können Sie zwischen einer Vertragsdauer von zwei oder – deutlich preisgünstiger für Sie – von acht Jahren auswählen. Die Betriebsgebühr beträgt

      • bei einer Vertragsdauer von zwei Jahren 141,08 € (netto) pro Jahr,
      • bei einer Vertragsdauer von acht Jahren 100,00 € (netto) pro Jahr.

      Die anfallende Gebühr wird in beiden Fällen jährlich direkt zwischen Discovergy und Ihnen abgerechnet.

    • Sie erhalten je nach Leistung Ihrer Anlage einen fixen Preis auf jede gelieferte kWh

      Wir nehmen Ihren vor Ort erzeugten überschüssigen PV-Strom ab – mit einer Vergütung, die deutlich über dem derzeitigen Marktwert von ca. 2–4 ct / kWh liegt. Für Ihren Sonnenstrom erhalten Sie

      • eine Vergütung in Höhe von 6ct / kWh, wenn Ihre Anlage eine Leistung unter 15 kWp erzeugt bzw.
      • eine Vergütung von 5ct / kWh, wenn Ihre Anlage eine Leistung zwischen 15 und 100 kWp erzeugt.

      Höhe der Vergütung für drei Jahre garantiert, Vertrag prinzipiell unbefristet

      Die Höhe dieser Vergütung garantieren wir bis zum 31.12.2023. Nachfolgende Änderungen der Vergütung behalten wir uns vor. Sie haben natürlich bei Preis- oder AGB-Änderungen ein Sonderkündigungsrecht. Grundsätzlich ist der Stromaufnahmevertrag mit den EWS aber unbefristet.

      Abrechnung und Auszahlung jährlich

      Die Abrechnung der eingespeisten Strommenge sowie die Auszahlung Ihrer Vergütung erfolgen jeweils zu Jahresende.

    • An EWS-Kundinnen und -Kunden, deren Anlagen 2021 aus der EEG-Förderung fallen

      Sie können einen Stromaufnahmevertrag mit den EWS abschließen, wenn

      • Sie Strom von den EWS beziehen,
      • Ihre PV-Anlage vor dem 31.12.2000 in Betrieb genommen wurde und Ihre EEG-Förderung daher demnächst ausläuft,
      • die installierte Leistung Ihrer PV-Anlage zwischen 1 und 100kWp liegt und
      • Ihre Anlage über ein intelligentes Messsystem verfügt oder Sie – mit Förderung der EWS – ein derartiges System installieren lassen.

      Warum ein intelligentes Messsystem?

      Um Ihren Strom an uns liefern zu können, benötigen Sie ein intelligentes Messsystem. Der Hintergrund: aus aktuellen rechtlichen Gründen benötigen wir eine viertelstündliche geeichte Messung der produzierten und eingespeisten Energiemenge. Dies kann ein intelligentes Messsystem gewährleisten. Weitere Informationen zum intelligenten Messsystem und zur Förderung finden Sie oben bei der Frage «Wie funktioniert der Stromankauf?» sowie im Abschnitt «Hintergrundinformationen».

      Unser Angebot richtet sich auch an Eigenverbraucher …

      Unser Angebot richtete sich nicht nur an Ü20-PV-Anlagenbesitzer, die ihre komplette Stromerzeugung ins Netz einspeisen. Auch wenn Sie bei der Erzeugung eher auf Eigenverbrauch abzielen, können Sie als Kundin oder Kunde der EWS Ihren überschüssigen erzeugten Strom an uns liefern und eine jährliche Vergütung dafür erhalten.

      … und an Betreibergesellschaften

      Sie können auch dann einen Vertrag mit uns abschließen, wenn Sie – beispielsweise als GbR oder Energiegenossenschaft – Ihren PV-Strom mit einer Gemeinschaftsanlage erzeugen. Auch hier setzen wir neben den weiteren oben genannten Kriterien voraus, dass mindestens eine der beteiligten Personen bereits Strom von den EWS bezieht.

    • Einfach und bequem per Online-Formular

      Über unsere Online-Abschlussstrecke teilen Sie uns die für die Abwicklung nötigen Daten und Informationen mit und übermitteln uns – nach Überprüfung Ihrer Angaben – online Ihren Antrag zur Stromaufnahme.

    • Strom- und Einspeiseabrechnung, ggf. Kennziffern der Zähler und Ihre Steuernummer

      Um uns über unser Online-Formular schnell und sicher die nötigen Daten und Informationen zu übermitteln, sollten Sie folgende Unterlagen bereithalten:

      • Die letzte Stromabrechnung der EWS – hier finden Sie Ihre EWS-Vertrags- oder Zählernummer zum Nachweis Ihres Strombezugs und
      • die letzte Einspeiseabrechnung des Netzbetreibers für Ihre PV-Anlage – hier finden Sie Ihre sogenannte Marktlokations-ID.
      • Falls Sie noch kein intelligentes Messsystem installiert haben: die Zählernummern des Erzeugungs- und Übergabezählers und den Wert der jeweiligen elektrischen Absicherung. Sie finden beide Angaben direkt auf Ihren Zählern.
      • Falls Sie Unternehmerin oder Unternehmer sind: Ihre Umsatzsteuer-ID- oder Steuernummer

      Wenn Ihrerseits alle oben genannten Voraussetzungen für einen Vertragsabschluss gegeben sind und Sie die entsprechenden Informationen zusammengetragen haben, geht‘s hier direkt zum Online-Abschluss.

    • Wir informieren Sie und erledigen den Rest der Abwicklung

      Für Ihre Unterlagen erhalten Sie sofort nach Absenden des Formulars eine E-Mail mit allen an uns übermittelten Informationen.

      Unser Stromaufnahme-Team wird Ihre Angaben anschließend schnellstmöglich überprüfen. Nach erfolgreicher Prüfung wird sich – falls Sie noch kein intelligentes Messsystem haben – ein Mitarbeiter unseres Partners Discovergy telefonisch bei Ihnen melden, um einen Installationstermin für Ihr neues Messsystem zu vereinbaren.

      Zeitrahmen für die Installation: Die Umsetzungszeit beträgt hier in der Regel zwischen vier und acht Wochen. Bitte sorgen Sie am Tag der Installation dafür, dass der Zugang zum Gebäude und der umzurüstende Zählerplatz für die Installateure frei zugänglich sind.

      Zeitrahmen für die Anmeldung: Nach erfolgter Umrüstung Ihres Messsystems werden die EWS die Stromaufnahme beim zuständigen Netzbetreiber anmelden. Der genaue Beginn der Stromaufnahme durch die EWS wird Ihnen nach erfolgter Bestätigung des Netzbetreibers per Mail von den EWS mitgeteilt – das kann bis zu sechs Wochen dauern.

      Zeitrahmen, wenn Sie bereits ein Messsystem haben: Ist  bereits ein intelligentes Messsystem vorhanden, verkürzt sich die Bearbeitungszeit auf die sechs Wochen, die die EWS für eine fristgerechte Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber benötigen.

    • Die EWS – für alle Fragen rund um den Stromaufnahmevertrag

      Nach Vertragsabschluss stehen wir Ihnen als Strompartner jederzeit gerne zur Seite. Falls Sie Rückfragen zu Ihrem Stromaufnahmevertrag oder zu Ihrer EWS-Abrechnung haben, nehmen Sie bitte per Online-Formular Kontakt zu unserem Stromaufnahme-Team auf – wir werden uns schnellstmöglich um Ihr Anliegen kümmern.

      Unser Partner Discovergy – bei Fragen zur Messstelle und deren Betrieb

      Falls Sie Rückfragen zu Ihrer Messstelle oder zur Abrechnung der anfallenden Betriebsgebühren haben, wenden Sie sich bitte ebenfalls per Online-Formular an unser Stromaufnahme-Team.

      Wir leiten die Anfrage dann an einen exklusiven Ansprechpartner bei Discovergy weiter und sorgen so dafür, dass Ihre Anfragen priorisiert bearbeitetet werden. Die Rückmeldung des Experten erhalten Sie wiederum direkt durch die EWS. So stellen wir sicher, dass Sie alle Informationen, die unser Angebot und den Messstellenbetrieb betreffen, gebündelt aus einer Hand bekommen.

    • Detaillierte Hintergründe zu unserem Stromaufnahme-Angebot

      Die EWS bieten ab Oktober 2020 zunächst 250 ihrer Kundinnen und Kunden an, Strom aus EEG-Erzeugungsanlagen anzukaufen, deren Förderung ab 2021 ausläuft. Um das Angebot einordnen zu können, ist einiges an Hintergrundwissen notwendig. Daher geben wir Ihnen hier Informationen an die Hand, die insbesondere dazu dienen sollen, dass Sie als Kundin oder Kunde das Angebot für sich selbst angemessen bewerten können.

      Insbesondere informieren wir Sie darüber, wo die Rahmenbedingungen der Gesetzgebung und der Energiewirtschaft in Bewegung sind.

    • Geltende Rechtslage beim EEG

      Nach geltender Rechtslage im EEG sind Anlagenbetreiber, deren Anspruch auf EEG-Vergütung nach 20 Jahren erlischt («Ü20»), im Grundsatz dazu verpflichtet in die sogenannte «sonstige Direktvermarktung» zu wechseln, um ihr Recht auf Netzeinspeisung ab dem 01.01.2021 nicht verwehrt zu bekommen. Für den Ü20-Anlagenbetreiber entfällt damit der Anspruch auf eine unkomplizierte Einspeisung des erzeugten PV-Stroms und Abnahme durch den Netzbetreiber. Weiterhin entfällt die Vergütung des produzierten PV-Stroms durch den Netzbetreiber.

      Was bedeutet «Sonstige Direktvermarktung»?

      Unter Sonstiger Direktvermarktung versteht man, dass der Erzeuger seinen Strom selbst vermarkten muss (z. B. an der Leipziger Strombörse) oder an einen Dritten verkauft, z. B. an einen Energieversorger wie die EWS. Die Vergütung des PV-Stroms im Rahmen der Sonstigen Direktvermarktung richtet sich damit nach dem jeweils gültigen Marktwert.

      Eichrechtskonformes Messgerät ist aktuell verpflichtende Voraussetzung

      Die Sonstige Direktvermarktung setzt aktuell voraus, dass eine viertelstündliche Messung mit einem eichrechtskonformen Messgerät vorgenommen werden muss. Dies bedeutet für den Anlagenbetreiber in der Regel den Einbau eines geeigneten Zählers wie zu Beispiel eines sogenannten RLM-Zähler oder eines intelligenten Messsystems (iMSys), das aus einer modernen Messeinrichtung und einem Gateway besteht.

      Das Smart-Meter-Gateway ist ein Kommunikationsmodul, das Übermittlungs-, Steuerungs- und Regelungsprozesse von Akteuren wie zum Beispiel Netzbetreiber oder Direktvermarkter über eine sichere Kommunikationsinfrastruktur ermöglicht. Im Rahmen unseres Stromaufnahmevertrags vermitteln wir Ihnen über unseren Partner Discovergy den Einbau und Betrieb einer solchen Messstelle.

    • Derzeit wird das EEG durch die Bundesregierung und das Parlament überarbeitet.

      Im derzeitigen Entwurf für ein neues EEG findet sich dabei der Grundsatz, dass alle Anlagen ab 1 kWp Leistung mit einem intelligenten Messsystem (iMSys) auszustatten sind, so dass der zuständige Netzbetreiber oder der jeweilige Direktvermarkter jederzeit die Ist-Einspeisung abrufen sowie die Einspeiseleistung regulieren kann.

      Der aktuelle Stand der EEG-Überarbeitung sieht allerdings vor, dass ausgeförderte bzw. sogenannte Ü20-PV-Anlagen bis 100 kWp Leistung kein iMSys benötigen, wenn deren Strom vom Anlagenbetreiber nicht selbst genutzt, sondern vollständig ins Netz eingespeist wird. Ein iMSys wäre nur dann erforderlich, wenn der Anlagenbetreiber auch eigenen Strom aus der Anlagen verbrauchen will. Die ausgeförderten Anlagen sollen laut Entwurf ab dem 01.01.2021 im Zuge einer Anschlussregelung eine neue Form der Einspeisevergütung erhalten. Diese ergibt sich aus dem sogenannten «Marktwert» abzüglich der Vermarktungskosten. Derzeit würde dies eine Vergütung von ungefähr 2–4 Cent/kWh bedeuten. Im Rahmen dieser Anschlussregelegung wäre also für Volleinspeisung kein Wechsel der bestehenden Zählerinfrastruktur erforderlich. Allerdings ist diese Anschlussregelung nur als Übergangslösung gedacht und soll Ende 2027 auslaufen.

    • Änderungen des EEG-Entwurfs im parlamentarischen Verfahren zu erwarten

      Der von der Bundesregierung vorgestellte Entwurf zur Novellierung des EEGs steht kurz davor, ins Parlament eingebracht zu werden. Es ist davon auszugehen, dass der Entwurf im parlamentarischen Verfahren noch angepasst wird, da bereits ein großer Änderungsbedarf von Parteien, Verbänden und Unternehmen angemeldet wurde. Auch für die Ü-20-Anlagenbetreiber kann dies zu einer anderen Ausgangslage führen, als sie derzeit im noch gültigen EEG sowie im Entwurf für ein neues EEG enthalten ist. Das würde dann auch die Rahmenbedingungen für das EWS-Stromaufnahme-Angebot betreffen.

      So steht zum Beispiel im Raum, dass Anlagen ab 1 kWp nicht zwingend mit einem iMSys ausgestattet werden müssen und somit mit bestehender Zählerinfrastruktur (und leicht modifizierten Einspeise-/Verbrauchsprofilen) auch im Rahmen der Sonstigen Direktvermarktung ihren PV-Strom einspeisen oder im Eigenversorgungsmodell selbst nutzen können. Eine verpflichtende Ausstattung mit iMSys solle erst bei Anlagen mit einer Leistung >7 kWp erfolgen. Einige wenige Akteure schlagen diese Schwelle ab einer Leistung >30 kWp vor.

      Entsprechend sind spätere Änderungen beim EWS-Stromaufnahmeangebot denkbar

      Sollten sich diese Forderungen durchsetzen, können wir uns vorstellen, auch ein EWS-Stromaufnahmeangebot mit bestehender Zählerinfrastruktur anzubieten. Dann wäre der Einbau eines iMSys nicht zwingend Voraussetzung für unser Angebot. Allerdings wäre auch diese Lösung nur eine vorübergehende, denn der generelle Smart-Meter-Rollout (s. u.) ist politisch gewollt und auch bereits über das sogenannte Messstellenbetriebsgesetz gesetzlich verankert. Wir gehen davon aus, dass perspektivisch ein Smart-Meter-Einbau auch bei Kleinst-Anlagen verpflichtend sein wird. Ab wann diese Verpflichtung für welche Anlagen im Rahmen des Messstellenbetriebsgesetzes bestehen wird, entscheidet das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Sie wird diese Entscheidung in einer sog. «Markterklärung» zu gegebener Zeit veröffentlichen.

    • Was ist der Smart-Meter Rollout?

      Durch den Smart-Meter-Rollout wird der Einbau von intelligenten Messsystemen in einzelnen Pflichteinbaugruppen verbindlich. Basierend auf dem im Jahr 2009 beschlossenen dritten Energiepaket der EU wurde im Jahr 2015 ein entsprechendes Eckpunktepapier für den Smart-Meter-Rollout durch das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) erarbeitet.

      Zum Einbau verpflichtet sind derzeit bereits

      • Endverbraucher von elektrischer Energie mit einem jährlichen Verbrauch ab 6.000 kWh.

      Mit der nächsten Markterklärung folgen sollen:

      • Erzeuger von elektrischer Energie mit einer installierten Leistung von über 7 kW
      • Betreiber von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen (Elektroheizung, Wärmepumpe, E-Auto)

      Der Einbau von iMSys bei Verbrauchern mit einem jährlichen Verbrauch von unter 6.000 kWh sowie bei Erzeugern mit einer installierten Leistung von unter 7 kWp ist im Rahmen des Rollouts optional möglich.

      Was ist ein intelligentes Messsystem?

      Ein intelligentes Messsystem (iMSys) besteht aus einer modernen Messeinrichtung (dem Zähler) und einer Kommunikationseinheit zur Datenübertragung, dem so genannten Smart-Meter Gateway (SMGW).

      Im Gegensatz zu den heute noch häufig installierten und mechanisch arbeitenden Ferraris-Zählern, verzichtet die moderne Messeinrichtung auf jegliche mechanischen Bauteile für die Messung des verbrauchten – oder im Falle von Erzeugungseinheiten des erzeugten – Stroms.

      Die Messwerte werden elektronisch erfasst und digital in dem integrierten Speicher der Messeinrichtung abgelegt. Statt wie bisher üblich nur einmal im Jahr den Zählerstand abzulesen, ist es beim iMSys möglich, genaue Energieverbräuche in festgelegten Zeiträumen (Tag, Woche, Monat, Quartal …) zu betrachten.

      Vier Argumente werden gemeinhin für die Verwendung von iMSys vorgebracht:

      1. Mit iMSys soll der Stromverbrauch genauer und transparenter sichtbar gemacht werden können. Das eigene Verbrauchsverhalten soll so besser verstanden werden können. Ansatzpunkte, um Strom zu sparen, seien so leichter zu erkennen.
      2. Der Messstellenbetreiber (s. u.) erhält Verbrauchsdaten aus dem iMSys heraus automatisch und ohne physischen Zutritt zum Messgerät. Das solle zukünftig ermöglichen, auf Abschlags- und Nachzahlungen zu verzichten und stattdessen den exakten Verbrauch monatlich abzurechnen.
      3. Smart-Meter-Gateways sollen neben dem Stromverbrauch auch Gas-, Wasser- oder Wärmeverbrauchsdaten verarbeiten können. Damit sollen Messstellenbetreiber alle Verbrauchsinformationen über ein Gerät parallel erhalten und verarbeiten können.
      4. iMSys sollen es ermöglichen, Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Stromnetzbetreiber sollen ihr Netz dann besser auslasten können. Eine bessere Netzauslastung wiederum würde den Bedarf verringern, neue Stromleitungen zu bauen.

      Das Smart-Meter-Gateway

      Das Smart-Meter-Gateway (SMGW) bildet die Schnittstelle zwischen der modernen Messeinrichtung und einem übergelagerten Kommunikationsnetz. Die Anbindung an das Kommunikationsnetz kann sowohl kabelgebunden über LAN als auch kabellos per Mobilfunk erfolgen.

      Die durch den Zähler erfassten Daten werden im Smart-Meter-Gateway verschlüsselt und je nach Bedarf an Marktpartner wie die EWS weitergeleitet. Die jährliche Zählerablesung vor Ort wird somit überflüssig.

      Da für die Verschlüsselung und Übertragung besonders hohe Sicherheitsstandards vorgeschrieben werden, müssen die Hersteller Ihre Geräte durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizieren lassen. Bislang haben folgende Hersteller die Zertifizierung erfolgreich bestanden.

      • Power Plus Communications AG
      • Sagemcom Dr. Neuhaus AG
      • EMH metering GmbH und Co.KG
      • Theben AG

      Mit der erfolgreichen Zertifizierung des dritten Anbieters von Smart-Meter-Gateways hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 17. Februar 2020 die Markterklärung für die intelligenten Messsysteme veröffentlicht. Damit wurde festgestellt, dass ab diesem Zeitpunkt die Möglichkeit bestand, intelligente Messsysteme zu verbauen. Damit startete der Smart Meter Rollout offiziell.

      Der Messstellenbetreiber

      Der Einbau sowie der Betrieb von Messsystemen erfolgt über den so genannten Messstellenbetreiber. In der Regel ist Ihr zuständiger lokaler Stromnetzbetreiber auch gleichzeitig der grundzuständige Messstellenbetreiber. Er übernimmt die jährliche Zählerablesung, sowie die Verteilung der Messwerte an die Energielieferanten.

      Die Abrechnung des Messstellenbetriebs erfolgt i. d. R. über den Grundpreis Ihres Stromanbieters.

      Da mit Inkrafttreten des Messstellenbetriebsgesetzes (MsbG) im Jahr 2016 jeder das Recht hat, seinen Messstellenbetreiber frei zu wählen, wurde die Rolle des wettbewerblichen Messstellenbetreibers eingeführt. Die Discovergy GmbH, mit der die EWS für das Stromaufnahme-Angebot zusammenarbeitet, ist z. B. ein solcher wettbewerblicher Messstellenbetreiber.

      Sollten Sie sich für einen wettbewerblichen Messstellenbetreiber entscheiden, übernimmt er alle Aufgaben des bisherigen Messstellenbetreibers. In der Regel wird ein neuer Zähler verbaut und die Abrechnung erfolgt direkt an den beauftragten Messstellenbetreiber.

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