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Editorial

von Sebastian Sladek

Massenflucht vor dem Klimawandel, drohender fossil-nuklearer Roll-back: Willkommen bei der zweiten Ausgabe unseres Magazins!

Verehrte Leserin, verehrter Leser,

auch die zweite Ausgabe des Energiewende-Magazins hält wieder ein breites Themenspektrum für Sie bereit. Die Reportage «Die Untergehenden» befasst sich mit den Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels auf die Lebensweisen indigener Gruppen. Andrea Jeska beschreibt eindrücklich einen kulturellen Todeskampf, der bereits weltweit Wirkung entfaltet und vielerorts Sitten und Gebräuche unwiederbringlich zu zerstören droht.

Gleichwohl ist der Verlust kultureller Vielfalt nur ein Aspekt der drohenden Katastrophe. Unser Themenheft «Klimaflucht» zeigt in zwei weiteren Beiträgen auf, wie sich die Niederlande und Thailand auf ein Leben mit der Katastrophe vorbereiten. Deutlich zeigen sich die ungleichen Möglichkeiten: Während die einen an schwimmenden Städten tüfteln und Milliarden in den Wasserschutz investieren, bleibt den anderen kaum mehr als auf die ökologische Sensibilisierung ihrer Jugend zu setzen.

Ein zweiter Themenschwerpunkt dieser Ausgabe beschäftigt sich mit dem fossil-nuklearen Rollback, der hinter den Kulissen längst im Gange ist. Diesen Eindruck erweckt auch der vorliegende Netzausbauplan, der – so unser Autor Bernward Janzing – vor allem dem Transport von Kohlestrom zu dienen scheint.

In diesem Sinne lässt sich auch das Handelsabkommen TiSA lesen, das im Windschatten von TTIP & Co. nahezu unbemerkt verhandelt wird. Die sich darin abzeichnende Privilegierung der Atomenergie passt gut zum Verzicht des Bundesfinanzministeriums auf Milliardeneinnahmen aus der zum Jahresende auslaufenden Brennelementesteuer. Ein Auslaufen dieser Steuer böte AKW-Betreibern die Möglichkeit, ansonsten längst unwirtschaftliche Anlagen mit Gewinn weiterzubetreiben. 

Weiterhin ungelöst ist die Frage nach der Endlagerung von Atommüll. Wohin ein angekündigtes «ergebnisoffenes Suchverfahren» führen kann, ist derzeit in Lothringen zu besichtigen. Der Bericht zum französischen Bure legt nahe, dass auch in Frankreich ergebnisoffene Suchverfahren am Ende Standorte präsentieren, die zwar nicht geologisch geeignet, dafür aber jahrelang verdeckt vorbereitet sind.

Last but not least finden Sie in dieser Ausgabe wieder Nachrichten rund um die EWS und ihre Projekte – zu unserem Nahwärmenetz in Tegernau oder einem Projekt zur solaren Desinfektion von Wasser in Uganda, das wir auch mit unserer Weihnachtsaktion unterstützen.

Und natürlich ist auch Matthias Deutschmann wieder an Bord seiner Gondel, wo er sich diesmal den Weihnachtsmann zur Brust nimmt.

Doch nun viel Spaß und eine anregende Lektüre unserer zweiten Ausgabe!

Ihr Sebastian Sladek, Herausgeber     

16. November 2016 | Energiewende-Magazin