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Projektvorstellung

Solarpark Herten

Wertewandel: Sonnenstrom statt Deponie

Wir machen eine Mülldeponie produktiv – und erzeugen genossenschaftlich sauberen Strom für 1.300 Haushalte aus der Sonne. Der «Solarpark am Rhein» in Rheinfelden-Herten ging Ende 2016 in Betrieb.

2012–2015 Lange Vorlaufzeit des Projekts

Was macht man mit einer Deponie? Rekultivieren und dann vergessen, wäre sicher nicht die klügste Idee, sagte man sich in der Abfallwirtschaft des Landekreises Lörrach – und gibt 2012 eine erste Machbarkeitsstudie «Solar» in Auftrag. Das Projekt wird ausgeschrieben; die «ARGE Bürger PV», ein Zusammenschluss aus «Bürgersolar Hochrhein eG» (BSH), «Bürgerwindrad Blauen eG» (BWB) bewerben sich mit der Unterstützung von «Badische Energiesysteme GmbH» (best) um den Standort und gewinnen die Ausschreibung.

Deponien sind keine einfachen Bauobjekte – und auch hier gibt es viele Dinge zu klären: vom Baugrundzustand bis hin zu planungsrechtlichen Fragen. Dank der Koordination des Generalunternehmers «best» können viele der technischen und genehmigungsrechtlichen Sachfragen geklärt werden. Dennoch muss noch viel Wasser an der Deponie vorbei den Rhein hinunter fließen, bis aus der Idee Wirklichkeit werden kann. Erst im Frühjahr 2016 ist endgültig klar: Wir machen das …

Juli bis November 2016 Das Projekt läuft an

Die Deponie Herten vor der Errichtung des Solarparks
Unsere Deponie soll schöner werden: Der Standort bei Herten vor Errichtung des Solarparks

Startschuss im Hochsommer

Der formelle Startschuss für das Projekt fällt im Ortschaftsrat Herten Anfang Juli 2016, wo der Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans einstimmig angenommen wird. Unmittelbar darauf und ebenso einstimmig befürworten der Umwelt- und der Betriebsausschuss Abfallwirtschaft des Landkreises Lörrach den Abschluss des Pachtvertrags für die Fläche. Die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung zum Bebauungsplan im August erbringt keine Einwände: Der Rheinfeldener Oberbürgermeister Eberhard unterstreicht die große Zustimmung zum Solarpark. Die anstehenden Planungs- und Genehmigungsverfahren können ihren Lauf nehmen.

Von den ersten Gutachten bis zur Baugenehmigung

Gleichzeitig laufen die Vorarbeiten für das Baugrundgutachten, das für die Wahl der passenden Fundamentierung und der Modul-Unterkonstruktion  ebenso wichtig ist wie für die Genehmigungsbehörde. Die Aufgabe ist nicht einfach: denn die Deckschicht einer Deponie ist dünn; die Solaranlage muss jedoch sicher verankert werden, ohne die Abdeckung zu gefährden.

Weitere Gutachten für den Natur- und Blendschutz, aber auch für die Ertragsprognose, werden beauftragt und erstellt. Während so Stück für Stück der Bebauungsplan entsteht, wird an der Baugenehmigung gearbeitet.

Planzeichnung des Solarparks Herten
Planzeichnung des Solarparks: Die Ost-West-Ausrichtung der Anlage sorgt für einen stetigeren Energieertrag.

Drei Betreiber, ein energiegeladenes Ziel

Um schnell voranzukommen, ist ein effizientes und produktives Zusammenspiel der zukünftigen Betreiber gefragt. Im Spiel sind dabei «best» als Generalunternehmer, die Stadt Rheinfelden, auf deren Gemarkung Herten die Deponie liegt und nicht zuletzt der Landkreis Lörrach, der als Eigentümer für den Pachtvertrag zuständig ist. Auch für den Bebauungsplan und die Baugenehmigung ist die Stadt Rheinfelden verantwortlich; der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises sorgt für grünes Licht bei allen Fragen, die den Deponiekörper – also den baulichen Untergrund der Anlage – betreffen.

Die Inwertsetzung einer sonst nicht nutzbaren Altdeponiefläche durch eine Solaranlage, die saubere Energie erzeugt, ist ein gemeinsames Ziel, dass alle beflügelt. Ohne diesen Teamgeist wäre es in der kurzen Zeit einfach nicht möglich, aus einer Altlast eine zukunftsweisende Solarfläche zu machen.

November bis Dezember 2016 Der Solarpark entsteht

Beginn der Bauarbeiten am Solarpark
Mitte November: Die Bauarbeiten am Solarpark beginnen. Die Bruchsteine (rechts im Bild) bieten Lebenraum für Eidechsen.
Tragekonstruktion für die Photovoltaik-Module
Anfang Dezember: Der Solarpark nimmt Form an; die Unterkonstruktionen für die Photovoltaik-Module werden errichtet.
Solarpark Herten im Aufbau
Kurz vor Fertigstellung: Die Unterkonstruktionen sind fast komplett aufgebaut; die Montage der Module steht unmittelbar bevor.

Ende Dezember 2016 Viele Hände, gutes Ende

Blick von oben: die fertiggestellte Anlage
Auch ästhetisch ansprechend: die fertiggestellte Anlage

Sogar das Wetter hilft während der kurzen Bauphase mit. In der entscheidenden und letzten Realisierungsphase der Modulmontage macht es der Zoll in Rotterdam noch einmal spannend – die vielfältigen Einfuhrhürden fordern «best» als Generalunternehmer, jede Modullieferung rechtzeitig aus Rotterdam auf den Weg zu bringen. Nach Anlieferung und Aufbau der Tragkonstruktionen werden schließlich die PV-Module angebracht.

Vor Weihnachten dann sind alle Module und Wechselrichter auf der Unterkonstruktion befestigt. Die Mitarbeiter von Montagebau Karl Göbel können nach arbeitsreichen Wochen entspannt in den Weihnachtsurlaub fahren. Zwischen den Jahren wird jeder der 59 Wechselrichter Stück für Stück in Betrieb genommen. Aber erst die Luftaufnahmen machten das Gesamtwerk sichtbar: Es ist nicht nur ein Solarkraftwerk, sondern eine sehr schön in die Umgebung eingebettete Anlage auf der ehemaligen Deponie entstanden.

Der Ende 2016 fertiggestellte Solarpark Herten ist aktuell das größte solare Kraftwerk im Landkreis Lörrach – und hat damit auch eine hohe politische und ökologische Wirkung. Gerade das freut Sabine Hartmann-Müller, die Ortsvorsteherin von Rheinfelden-Herten sehr: «Dass diese Deponie zu einem Vorzeigemodell wird, ist der beste Abschluss, den man sich wünschen kann.»

Die Anlage

Die 11.319 Module der Solaranlage erzeugen sauberen Strom für rund 1.300 Haushalte. Die Photovoltaikmodule stehen auf Unterkonstruktionen, die mit Betonfundamenten in der Decksicht der ehemaligen Deponie verankert sind. Ein Zaun sichert die Anlage, die als elektrische Erzeugungsanlage nicht öffentlich zugänglich ist.

Zahlen und Fakten

  • 11.319 PV-Module mit 265 Wp von der Firma Astronergy
  • 59 Wechselrichter von der Firma Huawei.
  • Unterkonstruktion von der Firma Karl Göbel Montagebau e.K.
  • Investitionsvolumen des Bauvorhabens: 2,5 Mio €
  • Eigentümer der Anlage sind die Bürgersolar Hochrhein eG (BSH), Bürgerwindrad Blauen eG (BWB) und die EWS Energie GmbH (EWS). Der EWS obliegt die technische Betriebsführung der Anlage.
  • Erwarteter Stromertrag : ca 3 Mio. kWh pro Jahr; entspricht einem Stromverbrauch von ca. 1.300 EWS-Haushalten
  • Erspart jährlich 1.428 Tonnen CO2 (vgl. mit dem bundesweiten Strommix)
  • Erspart jährlich ca. 1,2 kg Atommüll (vgl. mit dem bundesweiten Strommix)

Ausblick

Anfang 2017 werden die Trafos, die Übergabestation und der Netzanschluss gebaut. Ab dann kann die Solaranlage Strom ins öffentliche Netz einspeisen – und das voraussichtlich 25 bis 30 Jahre lang, denn das ist die voraussichtliche Lebensdauer der Solarmodule. Auf dem Gelände soll im Lauf des Jahres 2017 ein neuer Recyclinghof gebaut werden, auf dessen Dach ebenfalls eine Solaranlage montiert wird.

Kontakt

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