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Nahwärme-Projekte

Wärmenetz Steinen

In der südbadischen Gemeinde Steinen liefert ein moderner Holzkessel im Verbund mit zwei Blockheizkraftwerken zuverlässig Wärme an Schulgebäude, den Kindergarten, das Rathaus, ein Hotel und viele private Wohnungen.

November 2011 bis September 2012 Zuschlag der Gemeinde für das Nahwärmenetz Steinen

Blick auf die Stadt Steinen
Blick auf die Gemeinde Steinen

Ende 2011 erhält die Holzenergie Betreibergesellschaft mbH (HBG), heute Teil der EWS, von der Gemeinde Steinen den Zuschlag für Bau und Betrieb der Wärme- und Stromversorgung der kommunalen Gebäude rund um das Schulzentrum. Im ersten Schritt soll die Wärmeleitung im Bereich des Schulzentrums verlegt und dort ein neues Blockheizkraftwerk (BHKW) eingebaut werden. Für 2013 werden der Bau einer Holzheizzentrale und der Ausbau des Wärmenetzes für private Gebäudebesitzer avisiert.

Im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung berichtet Daniel Weiß, Geschäftsführer der HBG, im März 2012 über den Ausbau der Nahwärmenetzes. Hausbesitzer erhalten das Angebot zur Nahwärmeversorgung im Rahmen des entstehenden Netzes. Das Interesse an der Energiewende vor der Haustür ist groß: Etwa 70 Interessierte drängen sich in der Aula der Grundschule Steinen.

Rechtzeitig vor Schulbeginn nach den Sommerferien werden die letzten Arbeiten an der Wärmeleitung abgeschlossen. Mit dem ersten Abschnitt werden sieben kommunale Gebäude mit Wärme und Strom aus dem neuen BHKW versorgt.

Oktober 2012 Energietag Steinen

Um einen Ausblick auf die weiteren Planungen zu geben, laden HBG und die Gemeinde Steinen die Bürgerinnen und Bürger zu Vorträgen und Besichtigungen. Über die «Energieversorgung der Zukunft» referiert Dr. Michael Sladek von den EWS Schönau. Dr. Daniel Weiß, HBG, berichtet über die Studie zur energetischen Stadtsanierung, während Dr. Christian Held aus Freiburg über die regionale Verfügbarkeit von Energieholz informiert. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, den ersten Bauabschnitt des Wärmenetzes zu besichtigen oder eine Heizzentrale, ein Hackschnitzellager und eine Biogasanlage zu besuchen.

Sommer/Herbst 2013 Bau der Heizzentrale Steinen

Einbau der Holzhackschnitzelanlage

Mit einem Teleskopkran wird die neue Holzhackschnitzelanlage in die Heizzentrale gehievt. Der knapp fünf Meter hohe Holzkessel bietet hochmoderne Brenntechnik: Ein Elektrofilter entfernt Feinstaub vollständig, durch eine Abgaskondensationsanlage wird auch der letzte Rest Wärme aus dem verfeuerten Holz genutzt. Die Steinener Anlage ist die erste im Südwesten, die mit dieser Technik ausgestattet ist. Der Holzkessel selbst wurde speziell für die Verwertung von sehr schlechten Holzqualitäten konzipiert. So kann auch Holz genutzt werden, welches bisher in der Region nicht verwertet werden konnte.

Einbau des Pufferspeichers

Als letztes Schlüsselelement der Anlage wird ein 50.000-Liter-Pufferspeicher eingebaut, der gleich doppelt genutzt wird: Im Winter werden Lastspitzen geglättet und der Anteil der Holzenergie optimiert, im Sommer wird der Puffer durch das BHKW genutzt, um möglichst viel effizienten Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung zu erzeugen.

November 2014 Heizzentrale versorgt Wärmenetz Steinen

Bürgermeister Rainer König befeuert den neuen Heizkessel
Inbetriebnahme: Bürgermeister Rainer König befeuert den neuen Heizkessel Foto: Herbert Bahlinger

Mit dem Anschluss der Heizzentrale und dem Ausbau des Netzes auf rund 2,2 km Länge ist der erste Ausbauschritt des Wärmenetzes Steinen schließlich abgeschlossen.

Die Wärmeerzeugung im Nahwärmenetz erfolgt nun zu rund 80 % aus heimischen Holzhackschnitzeln. Durch die robuste Technik können auch Schwemmholz aus Wasserkraftwerken oder Holzabfälle aus der Landschaftspflege sinnvoll verwertet werden; nur ein Bruchteil des Bedarfs muss über Holz aus dem Wald gedeckt werden.

Knapp 20 % des Wärmebedarfs liefert das Blockheizkraftwerk. Zusätzlich ist ein Ölkessel installiert, der nur bei extremen Witterungsverhältnissen und als Ausfallreserve bei Defekten einspringen wird.

Zahlen und Fakten

Karte des Nahwärmenetzes Steinen

Wärme für über 40 Gebäude

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Insgesamt werden nun in Steinen fast 3.600 MWhWärme über den regenerativen Energieträger Holz und durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Die Länge des Leitungsnetzes beträgt 2,2km. Derzeit versorgt das Wärmenetz mehr als 40 Gebäude und damit

  • mehr als 350 Wohnungen,
  • mehrere Schulgebäude,
  • einen Kindergarten,
  • die Sporthalle und
  • das Rathaus.

Zusätzlich erzeugen zwei BHKW 320.000kWh Strom. Dies genügt, um mehr als 120 Haushalte mit Strom zu beliefern. Der Wirkungsgrad der Stromerzeugung beträgt dabei mehr als 95 %.

Aktuell führt das Wärmenetz Steinen zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um etwa 1.400 tCO2 pro Jahr. Dies entspricht dem jährlichen Ausstoß von rund 470 Pkw. Das Wärmenetz Steinen leistet damit einen entscheidenden Beitrag der Gemeinde zur Begrenzung des Klimawandels.

Ausblick

Für die kommenden Jahre ist ein weiterer Netzausbau vorgesehen. Zunächst soll geklärt werden, in welchen Straßenzügen Interesse von Hausbesitzern oder Industriekunden besteht. Um die Stromerzeugung besser auf den Bedarf ausrichten zu können, ist der Einbau eines weiteren Blockheizkraftwerks geplant. 

Kontakt

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