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Nahwärme-Projekte

Wärmenetz Zell im Wiesental

Das Wärmenetz Zell war unser erstes Nahwärme-Projekt. Seit 2006/07 werden ein Hotel und bereits im ersten Jahr mehr als 60 Wohnungen mit Wärme aus Holzhackschnitzeln beheizt. Das Wärmenetz Zell gehört den EWS, wird laufend erweitert und 2015 um eine neue Heizzentrale ergänzt.

Januar 2004 bis Dezember 2005 Planungen für Nahwärme laufen an

Blick auf die Stadt Zell im Wiesental
Schwarzwaldgemeinde Zell im Wiesental

Anfang 2004 beschließt die Stadt Zell im Wiesental den Aufbau eines Seniorenzentrums mit Pflegeheim. Die Gebäude werden in mehreren Abschnitten errichtet. Das Budget für das Bauvorhaben ist knapp bemessen; dennoch soll eine Wärmeversorgung auf Basis Erneuerbarer Energien realisiert werden. Daher wird der Aufbau einer Wärmeversorgung durch einen Dienstleister erwogen.

2005 entschließt sich die Stadt zu einem Contracting-Modell. Bei einer öffentlichen Ausschreibung setzt sich die HBG, heute Teil der EWS, mit dem schlüssigsten Nahwärme-Konzept  durch. Neben dem Anschluss des neuen Seniorenzentrums ist der Anschluss dreier weiterer kommunaler Gebäude Gegenstand des Auftrags. Schon vor Baubeginn gelingt es der HBG, Wärmelieferverträge mit neun weiteren privaten Eigentümern abzuschließen.

September 2006 bis Dezember 2008 Inbetriebnahme und erster Ausbau

Rechtzeitig zur Heizperiode 2006/07 geht das Wärmenetz und die Holzkesselanlage im Herbst 2006 in Betrieb. Zur Spitzenlastabdeckung sind zwei Gaskessel in das Netz integriert.

Ein Jahr später ist dann mit der Inbetriebnahme des Pflegeheims, der Fertigstellung des letzten «Wohnbogens» im betreuten Wohnen und der Begegnungsstätte das Bürgerheim komplett. Um den zusätzlichen Strom- und Wärmebedarf decken zu können, wird im Herbst 2008 ein weiteres Blockheizkraftwerk in Betrieb genommen.

Der Strom dieses Blockheizkraftwerks wird über eine eigens gegründete GbR vermarktet, um den Bewohnern des «Wohnbogens» die Möglichkeit zu eröffnen, direkt kostengünstigen Strom aus dem BHKW zu beziehen. Das Wärmenetz wird weiter ausgebaut und versorgt nun fünf kommunale Gebäude und zwölf Privatgebäude.

Januar 2011 bis März 2015 Planungen für den Westteil der Stadt

Die Stadt Zell wird im Rahmen der Kampagne «BioenergieRegion Südschwarzwald Plus» als Modellgemeinde ausgezeichnet. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 20.000 € verbunden, welches die Stadt Zell einsetzt, um eine Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung der Energieversorgung in Auftrag zu geben. Die HBG erstellt diese Machbarkeitsstudie und zeigt Wege zur Nutzung industrieller Abwärme und zur Erweiterung des bestehenden Wärmenetzes für den Westteil der Stadt auf.

Basierend auf der Machbarkeitsstudie schreibt die Stadt Zell 2013 die Konzessionsrechte für den Aufbau des Wärmenetzes Zell West aus. Die HBG erhält mit dem vorgelegten Konzept, das den Neubau einer Heizzentrale und dessen Anbindung an das bestehende Netz vorsieht, den Zuschlag für die Konzession und setzt sich damit erfolgreich gegen zwei Mitbewerber durch.

Die Planungen für das Wärmenetz Zell West laufen 2014 auf Hochtouren, auf einem Firmengelände kann ein geeigneter Bauplatz für die neue Heizzentrale gesichert werden. Im Rahmen einer Straßensanierung werden die ersten Leitungen verlegt. Durch die laufende Erweiterung des bestehenden Netzes werden zu diesem Zeitpunkt mehr als 25 Kunden versorgt. Die bestehende Heizzentrale stößt an Ihre Kapazitätsgrenzen.

April 2015 bis Juli 2016 Hochmoderne Technik im Doppelpack

Karte des Nahwärmenetzes Zell im Wiesental
Karte des Nahwärmenetzes Zell im Wiesental

April 2015 wird die Erweiterung des Wärmenetzes und der Bau der neuen Heizzentrale in Angriff genommen. Neben den Wärmeleitungen wird hochmoderne Glasfaser-Infrastruktur zur Breitbandversorgung mitverlegt. Jedes Gebäude an der Strecke erhält einen eigenen Glasfaseranschluss.

In der neuen Heizzentrale kommt ein Holzkessel zur Verwertung von schlechten Holzqualitäten zum Einsatz. Ähnlich wie beim Nahwärmenetz Steinen wird der Kessel mit einer Anlage zur Abgaskondensation ausgestattet, um optimale Wirkungsgrade zu erzielen. 

Rechtzeitig zur Heizperiode 2015/16 geht der Holzkessel Anfang Dezember 2015 in Betrieb. Das neu errichtete Netz und das bestehende Wärmenetz in Zell sind verbunden und mit modernster Regeltechnik ausgestattet, um die Wärme- und Stromerzeugung optimal zu steuern. Es speisen nun zwei Holzkessel und zwei BHKW in das Wärmenetz ein; zur Spitzenlastabdeckung stehen je zwei Heizöl- und Gaskessel bereit.

2016 entscheidet sich die Baugenossenschaft Zell  für die Anbindung an das Wärmenetz. Im ersten Bauabschnitt werden fünf Gebäude mit rund 80 Wohnungen angeschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis Lörrach werden auch diese Gebäude an das Breitbandnetz angebunden.

Zahlen und Fakten

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Wärme für mehr als 40 Gebäude

Insgesamt werden in Zell im Wiesental jährlich rund 6.000 MWh Wärme über den regenerativen Energieträger Holz und durch hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Die Länge des Leitungsnetzes beträgt mittlerweile 3,8km. Aktuell versorgt das Wärmenetz mehr als 40 Gebäude und damit

  • mehr als 350 Wohnungen,
  • ein Seniorenzentrum mit Pflegeheim,
  • ein Hotel,
  • das Schulzentrum Zell sowie
  • zwei Industriebetriebe

Zusätzlich erzeugen zwei BHKW 300.000 kWh Strom. Dies genügt, um mehr als 80 Haushalte mit Strom zu beliefern. Der Wirkungsgrad der Stromerzeugung beträgt dabei mehr als 95 %.
 Aktuell führt das Wärmenetz zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um etwa 1.800 tCO2 pro Jahr. Dies entspricht dem jährlichen Ausstoß von rund 600Pkw. Das Wärmenetz Zell im Wiesental leistet damit einen entscheidenden Beitrag der Gemeinde zur Begrenzung des Klimawandels.

Ausblick

Nachdem mit der Erweiterung Zell West neue, dringend benötigte Erzeugungskapazitäten geschaffen und neue Stadtgebiete und zwei Industriebetriebe erschlossen wurden, ist es die Kernaufgabe der nächsten Jahre, weiteren Kunden den Anschluss an das Netz zu ermöglichen und die bestehenden Hausanschlüsse zu verdichten.

Kontakt

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