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Referenzprojekte

Wärmenetz Weil am Rhein

Als Dienstleister für die Stadtwerke setzen die EWS hier neben der technischen Betriebsführung ein cleveres Vermarktungskonzept für BHKW-Strom um. Unsere aktuellen Pläne für eine Netzerweiterung und die Erneuerung der Regeltechnik werden das Wärmenetz noch effizienter gestalten.

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Zahlen und Fakten

Insgesamt werden in Weil am Rhein jährlich derzeit rund 6.600 MWh Wärme mit dem regenerativen Energieträger Holz, einem Blockheizkraftwerk (BHKW), einer Wärmepumpe sowie Gas- und Ölkessel erzeugt.

Versorgt werden damit zahlreiche Wohnungen sowie unter anderem das Pflegeheim Markgräflerland, drei Schulen und ein Kindergarten. Die Länge des Leitungsnetzes beträgt 6,8 km.

Neben Wärme erzeugt das Blockheizkraftwerk (BHKW) zusätzlich rund 2.500.000 kWh Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Strombedarf von gut 830 durchschnittlichen Haushalten.

Klimawirksamkeit der Nahwärmeversorgung

Im Vergleich zu einer Versorgung mit Heizöl führt das Wärmenetz Weil zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um etwa 2.000 Tonnen C02 pro Jahr. Dies entspricht dem jährlichen Ausstoß von etwa 975 PKW. Das Wärmenetz Weil leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels.

2020 bis heute Netzerweiterung und neue Wärmequellen

Das Wärmenetz wächst weiter und wird bis zum Kant-Gymnasium ausgebaut, um dort ab 2021 auch den bestehenden Holzheizkessel in das Wärmenetz einzubinden. Neben privaten Wohngebäuden werden die Gebäude des Bundesanstalt für Immobilien sowie ab 2021 auch das erweiterte Rathaus an das Nahwärmenetz angeschlossen.

Juni 2020 Architekturpreis für die neue Heizzentrale

Für die Verbindung von moderner und nachhaltiger Heiztechnik mit dem ästhetischen Erscheinungsbild erhält die neue Heizzentrale den Industriebaupreis 2020 in der Kategorie «Sonderbauwerk». In der Begründung heißt es «Mit einfacher und klarer Ästhetik präsentiert sich das Heizkraftwerk in Weil am Rhein als architektonisches und städtebauliches Zeichen und stellt eine eigenständige Landmarke dar. Die komplexen technischen Anforderungen der mit hochmoderner Technik ausgestatteten Anlage wurden geschickt in eine gestalterisch sehr ansprechende Hülle verpackt.».

Frühjahr 2019 Bau und Inbetriebnahme der neuen Heizzentrale

Die Stadtwerke Weil am Rhein errichten eine neue Heizzentrale und nehmen diese im Oktober 2019 in Betrieb. Mit der neuen Erzeugungskapazität kann die wachsende Zahl angeschlossener Gebäude und damit auch der deutlich gestiegene Wärmebedarf in den kommenden Jahren sicher gedeckt werden – und das auf umweltfreundliche Weise. Die neue Heizzentrale ist dabei gleich in mehreren Disziplinen hochinnovativ.

Hocheffizienter Holzkessel

Das Herzstück der Anlage ist der tonnenschwere Hackschnitzelkessel, in dem regionales Restholz für die Wärmversorgung verwertet wird. Eingebaut ist eine ganz besondere Kesselanlage, die auch den letzten Rest Wärme aus dem Holz herausholt. Dazu ist ein Zusatzwärmetauscher installiert, welcher die Rauchgase soweit abkühlt, dass auch der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Bei modernen Gaskesseln ist dieses Vorgehen Standard, bei Holzfeuerungen sind solche Anlagen technisch deutlich aufwändiger und daher bisher nur sehr wenig verbreitet. Der Wirkungsgrad der Kesselanlage steigt um zehn bis fünfzehn Prozent. Zusätzlicher optischer Nebeneffekt der Technik: Beim Schornstein ist keine Abgasfahne mehr sichtbar.

Einfache und klare Ästhetik

Neben den technischen Finessen ist ein wichtiges Anliegen, am westlichen Ortseingang zur Kernstadt ein architektonisch ansprechendes Gebäude zu realisieren. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen sich eingeladen fühlen, sich mit dem Zukunftsthema Energiewende zu beschäftigen. Dazu wird die innovative Technik in einem halb-transparenten, modern designten und durchaus repräsentativen Bauwerk an der Römerstraße sichtbar installiert.

2016 bis 2019 Kommunale Anschlusspflicht an das Wärmenetz

Mit dem Beschluss zur Anschlusspflicht an das Wärmenetz für das Neubaugebiet «Hohe Straße» sorgt der Gemeinderat Weil am Rhein für klare Verhältnisse. So können bereits bei der Erschließung des Gebietes die Wärmeleitungen in die Straßen verlegt werden. Neben dem Baugebiet, im Übrigen das größte jemals von der Stadt Weil am Rhein erschlossene, erfolgt die Erweiterung nach Westen. Damit wird die Grundlage geschaffen, um den Bereich Leopoldshöhe über das Wärmenetz zu erschließen.

November 2014 bis Juli 2016 Sanierung und Erweiterung der Infrastruktur

Blick auf die Stadt Weil am Rhein
Blick auf die Stadt Weil am Rhein

Ende 2014 beschließt der Stadtrat, das Wärmenetz Weil-Bleichäcker zu übernehmen und ein neues Geschäftsfeld zu eröffnen. Die HBG wird mit der Planung für die Sanierung der Regeltechnik und der Erweiterung des Wärmenetzes beauftragt. Die neue Regeltechnik wird im laufenden Betrieb eingebaut und punktgenau zur Übernahme des Wärmenetzes durch die Stadtwerke am 01.10.2015 in Betrieb genommen. Die HBG, nunmehr Teil der EWS Schönau, verantwortet seither die technische Betriebsführung des Wärmenetzes; eine Erweiterung des Wärmenetzes geht zur Heizperiode 2015/16 in Betrieb. 

Ein weiteres Kernstück des neuen Konzeptes ist die direkte lokale Nutzung des im BHKW erzeugten Stroms. Hierfür wird extra eine Stromleitung neu errichtet.

Erneuerung BHKW – und 200 neue Anschlüsse

Die HBG wird mit den Planungen für die Erneuerung des BHKW und dem Einbau eines großen Pufferspeichers beauftragt. Das bestehende BHKW wird durch ein neues Aggregat mit rund 1/3 mehr Leistung und deutlich höherem Wirkungsgrad ersetzt. Durch den Pufferspeicher werden Lastspitzen gekappt und der Betrieb des BHKW kann optimiert werden.

Die Stadtwerke haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt:  Die Rücklauftemperaturen sollen im Wärmenetz so weit abgesenkt werden, dass ein Brennwertbetrieb des BHKW möglich wird und damit der Wirkungsgrad auf über 90¿% angehoben werden kann. Zusätzlich werden weitere vier Gebäude mit rund 200 Wohnungen an das Netz angeschlossen.

Januar 2013 bis Oktober 2014 Innovative Konzepte gesucht

Bereits im Jahr 2000 lässt die Stadt Weil am Rhein durch einen Contractor ein erstes Wärmenetz errichten. Die Wärmeerzeugung erfolgt im Anschluss im Wesentlichen durch ein großes BHKW mit einer elektrischen Leistung von 450 kW. Aufgrund veränderter politischer Rahmenbedingungen und der stark gesunkenen Börsenstrompreise ist ein wirtschaftlicher Betrieb dieses Systems nur sehr schwierig zu gewährleisten. Die Stadt Weil am Rhein verfügt über das Vorkaufsrecht für dieses Wärmenetz zum 01.01.2015. Gemeinsam mit der HBG, der heutigen Nahwärme-Tochter der EWS, werden erste Überlegungen für eine innovative Stromvermarktung diskutiert.

2014 konkretisieren sich die Überlegungen bezüglich der Übernahme des Wärmenetzes durch die Stadt. Zwei unterschiedliche Dienstleister werden mit der Erstellung von Studien beauftragt. Die HBG übernimmt dabei die Konzeption und die Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine Übernahme und Eingliederung des Wärmenetzes in die Stadtwerke Weil.

Kontakt

Sie haben Fragen zur Nutzung unserer Nahwärme bzw. zum Thema Hausanschluss? Auf unserer FAQ-Seite haben wir bereits zahlreiche Antworten für Sie vorbereitet. Für weitere Fragen sprechen Sie uns gerne direkt an – alle entsprechenden Kontakmöglichkeiten finden Sie auf dieser Seite.