Voll besetzter Zuschauerraum, durch den ein Mensch im Eisbärkostüm läuft.
Veranstaltung

Zum vierten Mal verband die Lange Nacht des Klimas in Berlin Infos zu ernsten Themen mit Spaß und Impulsen für zivilgesellschaftliches Engagement.

Moabiter Nächte sind lang

Fotos: Saskia Uppenkamp (SU) und Paul Lovis Wagner (PLW)

Heiße Zeiten für Berlin. Und das galt nicht nur für den recht sonnenreichen 12. September, sondern insbesondere für das politische Klima. Eine Woche vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern und kurz nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stand an diesem Wochenende einiges im Zeichen der Politik. Die Parteien gingen überall in der Stadt in den Wahlkampfendspurt. Die Sterndemo bündelte zahlreiche aktivistische Gruppierungen zu einer zentralen Kundgebung am Roten Rathaus. Und mittendrin: die vierte Lange Nacht des Klimas.

Obwohl die Klimakrise in diesen politisch turbulenten Zeiten nicht mehr dominierendes Thema ist, ist sie nicht verschwunden. Im Gegenteil. Daran erinnerte diese Veranstaltung, die um die 40 einzelnen Events auf mehreren Floors zu einem einzigen langen Abend bündelte.

 

Traditionen und brandaktuelle Themen

Manche Dinge sind bei diesem Format bereits zur Tradition geworden. Dazu gehört der von Florida Eis bereitgestellte Eisberg, der vor dem Eingang der Kulturbrauerei symbolträchtig vor sich hinschmilzt. Auch die räumliche Aufteilung der unterschiedlichen Formate hat sich bereits bewährt.

Auch schon gewohnt, aber jedes Mal wieder überraschend ist ein umfangreiches, hochkarätig besetztes Programm zu aktuell relevanten Themenschwerpunkten. Auch nachdem leider der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent, die Klimaökonomin Claudia Kemfert und die Aktivistin Clara Mayer krankheitsbedingt ausfielen, blieb immer noch ein pickepackevolles Programm, das die Qual der Wahl ließ. 

Wasser, KI und Tech, fossiler Lobbyismus, planetare Gesundheit und Demokratie waren die Schwerpunkte, ergänzt durch einen, der als Idee über der ganzen Veranstaltung stand: Wie kommen wir wieder ins Handeln?

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Es gab also jede Menge zu lernen und zu diskutieren. Denn die Lange Nacht des Klimas ist nicht nur eine Zuschau-, sondern auch eine Austausch- und Mitmachveranstaltung, wie das etwa in den Workshops im Mittelpunkt stand. Im Anschluss an ihre Vorträge standen die Referent:innen im Nebenraum der Theaterbühne für vertiefende Gespräche zur Verfügung.

Für den thematischen Deepdive stand der Kinosaal bereit: Der hauseigene «Filmrauschpalast» zeigte drei sehr sehenswerte Dokumentarfilme. Abseits der großen und teilweise bedrückenden Themen war jedoch immer etwas geboten, um dem Frust auch Freude und Hoffnung entgegenzusetzen: handgemachte Musik auf der Open-Air-Bühne, Zeit und Raum für ungezwungenen Austausch, neue Impulse und Kontakte an den Marktständen und leckeres (klimaschonendes) Essen. Das Motto der Langen Nacht, «Mit guter Stimmung gegen schlechtes Klima», war an allen Ecken und Enden des KuFa-Geländes greifbar.

Eine Herzensangelegenheit


Eine nichtkommerzielle Veranstaltung wie die Lange Nacht des Klimas ist eine Seltenheit geworden: Ein so hochwertiges Programm mit freiem Eintritt anzubieten, ist nur möglich durch das ehrenamtliche Engagement vieler Menschen. 

Die Organisatoren – Teammitglieder der Kulturfabrik, der BürgerEnergie Berlin, der EWS und des EWS Energiewende-Magazins – haben in kurzer Zeit und mit viel Arbeit wieder Großes auf die Beine gestellt. Darüber hinaus gilt ein besonders großer Dank all den Helfer:innen von der Kulturfabrik, die den reibungslosen Ablauf sichergestellt haben. 

Finanzielle Unterstützung kam durch die BürgerEnergie Berlin, die Haleakala-Stiftung, der Agentur The Goodwins und vielen Besucher:innen, die spontan etwas vor Ort beisteuerten. 

Auch wir haben durch unser Sponsoring gerne dazu beigetragen, dass diese Lange Nacht des Klimas wieder ein voller Erfolg geworden ist. Einfach, weil es wichtig ist, dass es sie gibt.