Während auf politischen Feldern noch über die Zukunft der Photovoltaik gestritten wird, gestalten die EWS die erneuerbare Gegenwart und eröffnen einen weiteren Solarpark – erstmals außerhalb Baden-Württembergs. Beim Einweihungsfest am 11. April ist viel von der Energiewende die Rede. Und davon, welche Rolle das «Wir» dabei spielt.
Die Energie des Wir-Gefühls
«Wir sind uns von Anfang an einig gewesen», betonte etwa Jochen Intelmann, der Bürgermeister der Gemeinde Lauenbrück, «das Projekt positiv zu begleiten.»
Mit dem «Wir» meinte er den Rat der Gemeinde, aber es gilt auch für die Bürger:innen, die zu hunderten zur Eröffnung des Parks kamen. Für Familien mit ihren teils sehr kleinen Kindern, die noch aufrecht unter den Solarpaneelen spazieren konnten, wie auch für Rentner:innen, die einen Blick auf das neue Sonnenkraftwerk werfen wollten.
Es kamen Interessierte aus Lauenbrück selbst, aus umliegenden Gemeinden und aus dem nahen Bremen: Radfahrer:innen, die spontan einen Halt am heute offenen Solarpark machten – und EWS-Genossenschaftsmitglieder, die gezielt anreisten, um ihre Erzeugungsanlage zu begutachten.
Dieses genossenschaftliche «Wir» stellte denn auch Anja Burde in den Mittelpunkt ihrer kurzen Rede zur Eröffnung des Solarparks: «Um ein solches Projekt zu realisieren und letztlich 8,8 Gigawattstunden besten Ökostrom im Jahr zu erzeugen – genug für ungefähr 3.000 Haushalte –, braucht es viel Engagement, Arbeit und Durchhaltevermögen», betonte die EWS-Vorständin. «Für uns ist das eine Bestätigung dafür, dass die Energiewende am besten in Gemeinschaft funktioniert. Dies ist gelebte Genossenschaft: Von uns und für uns!» Und tatsächlich wurde der Solarpark in Lauenbrück erst ermöglicht durch die genossenschaftliche Struktur der EWS.
Ritter der Sonne
Auf den Aufruf an Mitglieder im Rahmen der EWS-Solaroffensive nach geeigneten Flächen für Solarparks meldete sich Hans-Christian von Bothmer bei den EWS. Ein Freund, der EWS-Mitglied ist, hatte ihn darauf aufmerksam gemacht. Heute steht nicht nur ein Solarpark auf seinem Grundstück, von Bothmer ist auch selbst EWS-Kunde geworden und ist (zumindest rechnerisch) so etwas wie ein Strom-Selbstversorger. Anja Burde ernannte von Bothmer und Bürgermeister Jochen Intelmann abschließend und augenzwinkernd zu «Sonnenrittern von Lauenbrück» – und überreichte beiden eine entsprechende Urkunde.
Auch Tabea Obergfell, die Projektleiterin für diesen Solarpark, betonte mehrfach das «Wir», das den Solarpark erst ermöglicht habe. Und sie bedankte sich in der Folge bei Gemeinde und Behörden, bei Mitarbeitenden, Partnern und Baufirmen, die jeweils ihren Teil dazu beigetragen haben, dass das Sonnenkraftwerk errichtet und betrieben werden kann. Auf einer Fläche von etwa sieben Hektar, also rund zehn Fußballfeldern, erzeugen 14.202 PV-Module bei einer installierten Leistung von 8,8 Megawatt-Peak (MWp) etwa 8,8 Gigawattstunden Strom pro Jahr.
Sauberer Strom, gemeinschaftlich erzeugt
Obergfell und ihre Kolleg:innen der EWS Energie GmbH, die für Planung, Bau und Betrieb von Solarparks zuständig sind, hatten am Eröffnungstag eine Vielzahl von Fragen zu beantworten. Den drei Führungen durch die Anlage folgten jeweils etwa 40 Besucher:innen, die sich Bau, Technik und Betrieb erläutern ließen. Und die letztlich begeistert waren zu erfahren, was das gemeinschaftliche Handeln bewirkt: Durch den neuen Solarpark werden im Vergleich zum aktuellen deutschen Strommix Jahr für Jahr rund 3.175 Tonnen Kohlendioxid (CO₂) vermieden.