Zeller Blauen: Warten auf den Windpark-Start
Verzögerung durch unsichere Bedingungen
Im Jahr 2026 werden die Alterric GmbH und die EWS voraussichtlich nicht mehr mit dem Bau des genehmigten Windparks Zeller Blauen beginnen können. Insbesondere der ausstehende Gerichtsentscheid des Verwaltungsgerichtshofs sowie aktuell unklare politische und rechtliche Rahmenbedingungen verzögern den Baubeginn des EWS-Projekts im Südschwarzwald.
Wesentlicher Grund für die Verzögerung ist, dass der Verwaltungsgerichtshof noch nicht über eine Klage der Projektpartner gegen einzelne Nebenbestimmungen in der im September 2025 erteilten Genehmigung für sieben Windenergieanlagen geurteilt hat. Zudem befinden sich mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und weiteren Gesetzen im Zusammenhang mit der Netzeinspeisung wichtige Gesetzesvorhaben, die den Ausbau erneuerbarer Energien wesentlich betreffen, noch immer in der politischen Abstimmung. Auch die Genehmigungsverfahren für die beiden geplanten Windenergieanlagen auf den Gemarkungen Fröhnd und Böllen sind noch nicht abgeschlossen.
Noch keine verlässlichen Rahmenbedingungen
«Aufgrund der nach wie vor ausstehenden Entscheidung des VGH zu wichtigen Auslegungsfragen der vorhandenen Genehmigung haben wir aus unserer Sicht seit fast einem Jahr keine planbare Umsetzungsperspektive. Ausstehende politische Entscheidungen erhöhen die Unsicherheit zusätzlich. Stand heute können wir einen Baubeginn unter den genannten Unsicherheiten nicht verantworten», sagt Tobias Tusch, Projektleiter und Geschäftsführer der EWS Energie GmbH.
Die weitere Verzögerung ist für die Projektpartner ärgerlich, weil alle projektinternen Voraussetzungen für den Baubeginn geschaffen wurden: Die Unterlagen für die Genehmigungen wurden erstellt, der Streckenverlauf mit dem zuständigen Planungs- und Bauunternehmen abgestimmt und selbst der Einsatz bestimmter Spezialfahrzeuge bereits geplant. Auch eine detaillierte 3D-Planung mit Anpassungen zur Eingriffsminimierung ist in Umsetzung.
Windkraft in Süddeutschland wird gebraucht
Kritisch beobachten die Verantwortlichen die Entwicklung der letzten Ergebnisse in den EEG-Ausschreibungen. In diesen sind die Zuschlagswerte als Grundlage für die Vermarktung des erzeugten Stroms im vergangenen Jahr stark gefallen. Insbesondere komplexe Projekte in Süddeutschland wie das am Zeller Blauen setzen daher auf Anpassungen der Rahmenbedingungen in den anstehenden Gesetzesinitiativen. Hier sind sich Projektentwickler und die Landesregierungen aus Baden-Württemberg und weiterer süddeutscher Bundesländer wie z.B. Bayern einig: Erneuerbare Energien – insbesondere Windenergie – in Süddeutschland sind wichtig, um eine zukunftsfähige Energieversorgung für Bevölkerung und Wirtschaft auch in diesen Regionen zu gewährleisten.
Für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Süddeutschland im Allgemeinen und die konkreten Projektpläne der am Zeller Blauen bedeutet dies: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So bleibt auch Tobias Tusch zuversichtlich: «Die relevanten Planungen für die Umsetzung des Projekts sind sehr weit fortgeschritten. Wir werden mit dem Bau des Windparks Zeller Blauen starten, sobald die Rahmenbedingungen stimmen und wir das Risiko seriös bewerten können.»
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