Direkt zum Inhalt der Seite springen

Gas sparen gegen den Krieg

Zeichnung einer stilisierten Friedenstaube vor dem Hintergrund einer Sonne mit Strahlen

Machen Sie mit und unterstützen Sie die Betroffenen des Kriegs

Der Krieg gegen die Ukraine hat noch einmal gezeigt, wie dringend wir von fossilen Brennstoffen wegkommen müssen. Wir wollen zeigen, dass es auch mit weniger Gas geht. UPDATE: Die Aktion ist beendet.

Deutschland hat seine Klimaziele bislang krachend verfehlt. Gerade im Gebäudebereich ist die Umstellung auf klimafreundliche Zukunftstechnologien bei Weitem nicht so schnell vorangeschritten, wie es zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens nötig wäre – das konnten wir mit unserer letztjährigen Studie zur Wärmewende zeigen.

Nun drängt ein entsetzlicher Krieg in unserer Nachbarschaft zusätzlich zum raschen Handeln. Denn noch immer bezieht Deutschland 35 % seines Gases aus Russland und spült somit Geld in Putins Kriegskasse. Nun ist der Druck groß, diese Lieferungen zu beenden. Dabei hilft es, diese Energie gar nicht erst zu benötigen.

Lassen Sie uns gemeinsam sofort damit beginnen! Unten haben wir ein paar Gasspartipps für den Alltag zusammengestellt.

Bis zum 31. März konnten sich EWS-Gaskundinnen und -kunden beteiligen und ihr persönliches Einsparziel abgeben. Wir spenden pro Teilnehmerin und Teilnehmer 20 EUR zugunsten der Betroffenen des Ukraine-Krieges an die Hilfsorganisation Ärzte der Welt. 
Die Aktion ist nun beendet – wir danken den vielen Teilnehmenden! Wir werden in den nächsten Tagen eine Auswertung vornehmen und Sie über den Erfolg informieren.

Sie sparen, wir spenden

  • Friedenstauben-Grafik mit Beschriftung Wir unterstützen Ärzte der Welt

    Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer spenden wir 20 Euro an die Hilfsorganisation Ärzte der Welt, die sich um die Opfer des Kriegs in der Ukraine kümmert. 

    Schwerpunktmäßig ist sie momentan bei der Verteilung von Hilfsgütern aktiv. Die Organisation leistet Unterstützung für lokale Strukturen, liefert medizinisches Material und Medikamente an Gesundheitsstationen und Krankenhäuser.

     

So können Sie Gas sparen

Wie können Sie im Alltag weniger Gas verbrauchen? Egal, ob Sie Gas zum Heizen, zur Warmwasserbereitung oder zum Kochen nutzen: Wir haben ein paar Tipps für Sie zusammengestellt.

    • Im Gebäudebestand, zum Beispiel in energetisch gering sanierten Altbauhäusern, die mit Erdgas sowohl für Heizwärme und Warmwasser versorgt werden, wird meist von einem Gasverbrauch von umgerechnet 17 Kubikmeter Gas pro bewohntem Quadratmeter und Jahr ausgegangen, davon gut 14 Kubikmeter pro qm und Jahr für Heizung und der Rest für das Warmwasser. Entscheidend ist aber der konkrete Umgang mit Heizenergie und die effektive Verwendung von Warmwasser in der gelebten Praxis. Grundsätzlich ist also beim Gaseinsatz effektives Sparen angesagt: Mindestens 10% des Erdgases, das in Privathaushalten bisher fast selbstverständlich benötigt wird, kann mit mehreren einfachen Maßnahmen eingespart werden. Die folgenden Tipps sollen dabei helfen.

       

    • Etwa 70 % des gesamten Energieverbrauchs in der Wohnung wird bei Gas für die Heizung verwendet. Verringern Sie diesen Energieverbrauch! Entscheidend ist die individuelle Behaglichkeit. Eine Senkung der Raumtemperatur um ein Grad kann – je nach baulichen Standard und den spezifischen Rahmenbedingungen – gut 6 Prozent Heizenergie einsparen. Temperaturen von max. 20 Grad in ständig genutzten Wohn- und Arbeitsräumen (dies entspricht der Einstellung 3 auf dem Thermostatregler) sowie 17 Grad in der Küche, im Flur und im Schlafzimmer reichen für viele Haushalte bereits als maximale Temperaturen. Halten Sie die Türen zwischen unterschiedlich warmen Räumen geschlossen. Automatische Thermostatventile helfen, die passende Temperatur zu erreichen – nicht zuletzt auch in Bad und WC, wo nicht den ganzen Tag durchgängig eine hohe Temperatur von 19 Grad benötigt wird.

    • Wenn Sie das Thermostat auf die höchste Stufe stellen, wird die Heizung nicht schneller wärmer. Sie erreichen mit der höchsten Stufe nur, dass eine viel zu hohe Temperatur anvisiert wird. Die Einstellung «1» steht für etwa 12 Grad Temperatur, «2» bedeutet ca. 16 Grad und eine «3» steht für eine Zieltemperatur von ca. 20 Grad. Jede höhere Einstellung als 3 ist gleichbedeutend mit einer zu hohen Zieltemperatur!

    • Mit gedämmten Rollläden kann diese Maßnahme nachts die Wärmeverluste im Bereich der Fenster um etwa 20 % verringern. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt.

    • Staut sich die Wärme, weil Heizkörper durch Möbelstücke verdeckt sind, die Vorhänge bis auf den Heizkörper reichen oder der Optik wegen mit einer Heizkörperverkleidung versehen sind, kann die Wärme nicht mehr so gut im Raum zirkulieren. Im Extremfall sorgen zugestellte Heizkörper für 30 Prozent Energieverlust.

    • Wer tagsüber 10 Stunden das Haus verlässt, kann getrost die Temperatur um ein paar Grad herunterregeln, etwa von 20 auf 17 Grad. In der Nacht dürfen es in Wohn- und Arbeitsräumen gerne bis zu vier Grad weniger als tagsüber sein. In der Praxis bringt diese regelmäßige Maßnahme in halbwegs wärmeisolierten Häusern nur wenige Prozentpunkte an zusätzlicher Energieeinsparung ein. Bei wochenlanger Abwesenheit kann am Thermostat die Frostschutzfunktion (ca. 6 Grad) aktiviert werden. Wer ein eigenes Heim und eine moderne Heizungsanlage besitzt, kann gegebenenfalls die Vorzüge der automatischen Nachtabsenkung nutzen.

    • Luft im Heizkörper verhindert die gleichmäßige Zirkulation des erhitzten Wassers, deswegen sollten Sie bei Luftgeräuschen (Gluckern) durch Öffnen des Ventils die überflüssige Luft ablassen. Eine regelmäßige Wartung des Heizungssystems hilft weiterhin, Energie bzw. Gas zu sparen.

    • Halten Sie die Temperatur der Speicherwärme bei einem normalen Ein- und Zweifamilienhaus in der Regel bei 50 bis 55 Grad C. Falls Sie Legionellen befürchten, schalten Sie zur Sicherheit einmal die Woche 15 Minuten auf etwas über 60 Grad C. Legionellen sind vor allem in großen Gebäuden mit zentraler Wassererwärmung und langen Leitungen (z.B. in Krankenhäusern) ein Thema, eher weniger in Einfamilienhäusern.

    • Umhüllen Sie offenliegende, ungedämmte Warmwasserrohre mit einer Wärmedämmung. Dabei gilt die alte Faustregel: Dämmstoffdicke gleich Rohrdurchmesser.

    • Die dezentrale Warmwasserbereitung ist in der Anschaffung und Einrichtung oft günstiger, jedoch auf Brennstoffe wie z.B. Gas festgelegt. Es müssen keine Warmwasserleitungen im Haus verlegt werden. Die weitere Entwicklung der Kosten für Warmwasserbereitung ist an die Entwicklung des Strom- und Gaspreises gekoppelt.

      Die zentrale Warmwasserbereitung ist als System zunächst teurer in der Anschaffung oder Modernisierung als ein Durchlauferhitzer oder «Boiler». Die Kosten für die Warmwasserbereitung sind in dieser Konstellation günstiger, da zentrale Heizungssysteme – je nach konkreter Ausgestaltung – gegebenenfalls etwas weniger Gas benötigen. Die weitere Entwicklung bleibt mit zentralen Systemen besser kalkulierbar, da die Warmwasserbereitung meist leichter auf regenerative Brennstoffe umgestellt werden kann.

    • Gehen Sie sparsam mit Warmwasser um. Konventionell mit Erdgas erzeugtes Warmwasser ist pro Einheit inkl. aller Kosten im Frühjahr 2022 mindestens nochmal so teuer wie die reinen Wasser- und Abwasserkosten zusammen. Die konkreten Angaben variieren stark. In Deutschland wird von einem Gesamtwasserverbrauch von pro Kopf und Tag im Privathaushalt von 125 Liter (gut 45 m³ pro Jahr) ausgegangen, davon sind grob 50 Liter Warmwasser (knapp 18,5 m³ pro Jahr). Rechnet man alle Kosten zusammen (Wasserkosten, Abwasserkosten, Erwärmungskosten), kommt man aktuell rasch auf erheblich über 12 Euro für den m³ Warmwasser, abhängig von den konkreten örtlichen Begebenheiten.

      Wenn das Wasser z.B. mit Erdgas erhitzt wird, kostet ein Kubikmeter (1000 Liter) Warmwasser schnell – je nach konkreter Warmwassererzeugung und Effizienz – grob 9 Kubikmeter Gas. Ein Warmwasserbedarf von knapp 18,5 m³ pro Kopf und Jahr bedeutet in einer halbwegs effizienten Gaserzeugung rasch über 165 m³ Erdgas (also über 1650 kWh Wärme) pro Kopf allein für das Warmwasser. Aktuell (Frühsommer 2022) ergäben sich dadurch insgesamt Kosten von knapp 200 Euro pro Kopf und Jahr nur für das Warmwasser und insgesamt mehr als 370 Euro für den Bereich Warmwasser/Kaltwasser/Abwasser pro Kopf und Jahr zusammen. In einer aufwändig verzweigten zentralen Gaserhitzungsanlage ist der Kosten- und Energieaufwand (wegen großer Wärmeverluste im Gesamtsystem) in der Praxis erheblich höher.

       

    • Achten Sie darauf, wie Sie im Alltag (Warm-)Wasser verwenden: Für das Zähneputzen z.B. reicht allgemein kaltes und nur wenig Wasser. Ohne großen Komfortverlust ist i.d.R. ein täglicher Kaltwasserbedarf pro Kopf von 50 Liter (etwas über 18 m³ Wasser pro Jahr) und ein Warmwasserbedarf pro Person von 27,5 Litern (10 m³ Wasser pro Jahr) erreichbar. Dies wären dann insgesamt etwa 28 m³, sprich 28000 Liter Gesamtwasserbedarf pro Kopf und Jahr im Privathaushalt. Jede Reduzierung von Warmwasser spart in der Erdgas-Realität auch einen erheblichen Anteil an {co2} ein.

    • Es gibt gute wassersparende Duschköpfe, die zwar den Wasserverbrauch auf 7 Liter/Minute begrenzen, die Duschqualität aber nicht wahrnehmbar vermindern. Dies spart bei gleicher Duschdauer (optimal 4,5 Minuten) im Vergleich zum konventionellen Umgang rasch gut 30 % Gas ein.

      Zudem gilt: Nicht zu warm duschen. 36 Grad Wassertemperatur beim Duschen sind schon viel. Ein Grad mehr kostet auch ca. 4 % mehr Gas. Wer täglich einmal so duscht, benötigt bereits in dieser Anwendung deutlich über 60 Kubikmeter Gas (über 600 kWh Wärme) pro Kopf und Jahr.

    • Statt z.B. 100 Liter Warmwasser für das Baden (die Kosten allein dafür liegen aktuell bei 1,50 Euro für ein warmes Wannenbad mit relativ wenig Kaltwasser) zu benötigen, kann bei kurzen Duschen (und bei der Verwendung von wassersparenden Duschköpfen) leicht drei Viertel der Warmwassermenge (also ca. 75 Liter) eingespart werden.

    • Herkömmliche Mischbatterien haben in der Regel eine Durchflussmenge von 15 Litern pro Minute. Durch den Einsatz von Durchflussbegrenzern, die in den sogenannten Perlatoren integriert sind, lässt sich die Wassermenge im Schnitt ohne echten Komfortverlust auf rund 5 Liter pro Minute reduzieren.

    • Wer ohne Deckel kocht, benötigt bis zu 30 % mehr Gas als mit passendem Deckel, weil die Kochzeit sich entsprechend verlängert.

    • Den Sparbrenner (oft mit einer max. kW-Leistung von 1) für den kleinsten Topf nehmen. Meistens gibt es noch zwei Normalbrenner (mit durchschnittlicher Leistung von jeweils knapp 2 kW Leistung) und einen größeren Brenner (oft an die 4 kW Leistung) für größere Spezialtöpfe wie Wok o.ä.

      Ein Gasbackofen hat in der Regel eine max. Leistung von 3 kW. Dosieren Sie die Gasmenge jeweils gezielt nach ihren Ansprüchen.

    • Kartoffeln und Gemüse müssen nicht im Wasser schwimmen. Zum Garen reichen wenige Zentimeter Wasser im Kochtopf aus. Mit der Verwendung von Schnellkochtöpfen (Dampfdrucktöpfen) sparen Sie zudem bis zu 45 Prozent Gas und entsprechend Koch- bzw. Garzeit.

    • Die Besonderheit: Der Gasofen arbeitet ausschließlich mit Unterhitze, so dass der Gasherd nur von unten her warm wird. Wann immer möglich, verwenden Sie Gitterbleche. Die Temperatur ist gegenüber den Angaben in Rezepten bei Gas immer etwas zu reduzieren. Die Nähe zur Gasflamme ist beim energieeffektiven Backen von prägender Bedeutung. Nach etwa der Hälfte der Backzeit am Besten die Backform um 180° drehen, so dass vorn und hinten eine vergleichbare Hitze wirken kann (Hintergrund: die meisten Gasbacköfen heizen hinten stärker als vorn an der Türnähe). Wenn Sie im Gasherd Brot backen wollen, sollten Sie am Besten eine Kastenform verwenden. Die Kruste auf der Oberseite wird im Vergleich weniger gebräunt als bei einem Elektroherd.