EWS unterzeichnen Forderungspapier «Wind an Land»
Windausbau im Südwesten gefährdet
22 Windpark-Projektierer drängen gemeinsam auf Nachbesserung im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und auf verbesserte Ausschreibungen der Bundesnetzagentur. In einem Forderungspapier warnen sie vor einem Windkraft-Aus in Baden-Württemberg.
Die EWS Elektrizitätswerke Schönau fordern zusammen mit 21 weiteren Windpark-Projektierern in einem gemeinsamen Papier von den zuständigen politischen Entscheidungsträger:innen dringend Nachbesserungen insbesondere nach den «EEG-Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land» der Bundesnetzagentur im Jahr 2025.
Der EEG-Mechanismus benachteiligt Baden-Württemberg
Baden-Württemberg war in den Ausschreibungen der letzten Jahre schon bislang deutlich unterrepräsentiert. In den Ausschreibungsrunde 2026 drohen nach einer Prognose der etablierten Unternehmensberatung enervis Baden-Württemberg und Bayern komplett leer auszugehen. Dies hätte zur Folge, dass der Zubau von Windkraftanlagen und damit die regionale Energiewende gestoppt und die Versorgungssicherheit bedroht würde.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz soll die Erzeugung von Ökostrom durch eine vorrangige Abnahme sowie garantierte Vergütungen für die Anlagenbetreiber fördern. Doch der aktuelle Mechanismus berücksichtigt nicht, dass im bergigen Süden und Südwesten Deutschlands andere Bedingungen für den Bau von Windenergieanlagen herrschen als im weitestgehend flachen Norden. Die Topographie macht die Genehmigungsverfahren komplizierter und erfordert meist kleinteiligere Projekte, was zu deutlich höheren Projektkosten führt. Auch die damit verbundenen aufwändigen Infrastrukturmaßnahmen - Erschließungswege, Kabeltrassen und Speziallogistik für den Bau – verteuern die Windparks im Süden.
«Um die Diskrepanz beim Ausbau zwischen Nord und Süd zu verringern, muss die Bundesregierung in der bevorstehenden Novellierung des Erneuerbaren Energie Gesetzes die unterschiedlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen», fordert Armin Komenda, Vorstand der EWS Elektrizitätswerke Schönau eG, «denn nur so sind Windparks in Baden-Württemberg nachhaltig zu bauen und zu betreiben.»
Ausbau im Süden ist volks- und energiewirtschaftlich sinnvoll
Zwar wurden in den letzten Jahren mehr Windenergie-Projekte in Baden-Württemberg genehmigt, doch selbst diese wurden in den Ausschreibungsrunden der Bundesnetzagentur nicht berücksichtigt. «Dieses Verfahren macht eine seriöse Planung und Finanzierung von Windenergieprojekten in Baden-Württemberg unmöglich,» betont Komenda, «wenn Genehmigungen vorliegen und alle Auflagen erfüllt sind, müssen wir auch zügig mit dem Bau beginnen können.»
Dies sehen 21 weitere Projektierer von Windparks in Baden-Württemberg ähnlich und haben daher gemeinsam das «Forderungspapier Wind an Land» formuliert, in dem auf Gegenmaßnahmen gedrängt wird, um den wirtschaftlich erforderlichen sowie netz- und systemdienlichen Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg und in Süddeutschland weiter zu ermöglichen. Weil der Wind im Süden meist zu anderen Zeiten wehe als im Norden, so die Unterzeichner des Papiers, sei es energiewirtschaftlich wie volkswirtschaftlich sinnvoll, Windenergieanlagen im ganzen Land zu errichten. Denn dies verbessert die Netzstabilität und verringert die Übertragungswege zu den industriellen Zentren, von denen es zahlreiche im Süden und Südwesten gibt.
Das «Forderungspapier Wind an Land» wurde unterzeichnet von Badenova AG & Co. KG, Ökostrom Erzeugung Freiburg GmbH, Bürgerenergie Projektentwicklung GmbH, Bürgerwindpark Hohenlohe GmbH, EG Energie Grossrinderfeld GmbH, Elektrizitätswerk Mittelbaden AG & Co. KG, Iberdrola Deutschland GmbH, KB Renewables, Koehler Renewable Energy, KS Energiesysteme GmbH & Co. KG, KWA Contracting AG, Qualitas Energy Deutschland GmbH, SHE Schweizer Honold Energiesysteme GmbH & Co. KG, SOWITEC group GmbH, Solarcomplex AG, Stadtwerke Radolfzell GmbH, Teckwerke Bürgerenergie eG, Teckwind Bürgerwind GmbH, Vattenfall Europe Windkraft GmbH, WEBW Neue Energie GmbH, WW Süd GmbH & Co. KG und EWS Elektrizitätswerke Schönau eG.
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