Quo vadis, kleine PV?
EEG-Novelle nutzen und Solar-Ausbaukurs beibehalten
Montag, 09. März 2026
11:00 – 12:30 Uhr
Die Teilnahme ist kostenlos.
Das Fraunhofer Institut für Solar Energiesysteme (ISE) hat im Auftrag der EWS die Wirtschaftlichkeit und Perspektiven von kleinen PV-Dachanlagen untersucht. In dieser Online-Veranstaltung stellen wir die Ergebnisse vor und diskutieren diese im Kontext der anstehenden EEG-Novelle und notwendigen energiepolitischen Weichenstellungen mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
Online-Veranstaltung mit Vorträgen und Diskussion
In der Veranstaltung «Quo vadis kleine PV? EEG-Novelle nutzen und Solar-Ausbaukurs beibehalten» präsentieren und diskutieren wir die zentralen Ergebnisse sowie die energiepolitischen Implikationen der Studie.
Im ersten Teil der Veranstaltung stellt die Mitautorin Verena Fluri (Fraunhofer ISE) die Studienergebnisse vor. Anschließend diskutieren wir im zweiten Teil gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung, welche konkreten Schritte es nun braucht, um den Erneuerbaren-Ausbau vor Ort weiter zu beflügeln und zugleich systemdienlich, wirtschaftlich und sozial ausgewogen auszugestalten.
In der anschließenden Diskussion geht unser Vorstandsmitglied Alexander Sladek mit Kerstin Andreae (Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW) sowie den Bundestagsabgeordneten Helmut Kleebank (SPD) und Katrin Uhlig (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Christian Schmidt (Abteilungsleiter Strom, BMWE, angefragt) in den Austausch zum Thema. Peter Ugolini-Schmidt, Leiter Politik der EWS, moderiert das Format.
Auf dem Panel
Diese Expert:innen werden mit uns diskutieren:
Darum geht es:
Mit der von der Bundesregierung angekündigten Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2026 steht eine zentrale Weichenstellung für die weitere Entwicklung der Energiewende bevor. Das EEG hat den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland maßgeblich vorangebracht und bildet weiterhin das Rückgrat der Investitionssicherheit für neue Projekte. Gleichzeitig zeigen aktuelle Entwicklungen, dass der regulatorische Rahmen gezielt weiterentwickelt werden muss, um Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit für EE-Investoren zu sichern sowie Systemdienlichkeit und Kosteneffizienz zu steigern.
Insbesondere der Bereich der PV-Kleinanlagen ist von großer Bedeutung für Teilhabe, Akzeptanz und eine bürgernahe Energiewende, denn kleine Dachanlagen ermöglichen vor allem Bürgerinnen und Bürgern den Zugang zur Energiewende und stärken die regionale Wertschöpfung. Die schrittweise Einbindung von Kleinanlagen in die Direktvermarktung kann ein Mittel sein, um die Sytemdienlichkeit zu erhöhen – allerdings nur, wenn technische, administrative und finanzielle Hürden deutlich reduziert werden und die Wirtschaftlichkeit für Betreiberinnen und Betreiber erhalten bleibt.
Schon unter den heutigen Bedingungen sind kleine PV-Dachanlagen mit EEG-Vergütung nur bei einer hohen Eigenverbrauchsquote wirtschaftlich. Ein Wechsel von der EEG-Vergütung in die Direktvermarktung verlängert die Amortisationszeit laut der Studienergebnisse sogar um zwei bis drei Jahre. Würde die feste Einspeisevergütung für neue PV-Kleinanlagen im Zuge der anstehenden EEG-Novelle abrupt abgeschafft und würden Neuanlagen zur Direktvermarktung gezwungen, droht ein gravierender Rückgang der Investitionen in diesem Bereich.
Dabei haben kleine Dachanlagen insbesondere in den letzten Jahren einen wesentlichen Anteil am jährlichen Leistungszubau ausgemacht. Die neu installierte Leistung solcher Anlagen lag im Jahr 2023 bei rund acht Gigawatt peak, im Jahr 2025 immerhin noch bei etwa fünf GWp. PV-Kleinanlagen tragen damit entscheidend dazu bei, dass die EEG-Ausbauziele erreicht werden. Ein überstürzter Ausstieg aus der EEG-Vergütung würde insbesondere Kleininvestoren – etwa Bürgerenergie-Akteure und private Haushalte – direkt treffen, da sich die Anlagen für sie kaum noch wirtschaftlich betreiben ließen.
Zu diskutierende Fragen:
- Wie können PV-Kleinanlagen künftig stärker zur Systemdienlichkeit beitragen, ohne ihre Wirtschaftlichkeit zu gefährden?
- Wie können Bürgerinnen und Bürger auch künftig niedrigschwellig und wirtschaftlich sinnvoll an der Energiewende teilhaben?
- Welche übergeordneten energiepolitischen Entwicklungen müssen im Blick behalten werden (z. B. Zusammenspiel mit großen Solarparks und Flexibilitäten)?
Diese und weitere Fragen wollen wir mit unseren Gästen diskutieren.
«Dezentrale PV als Säule der Energiewende: Analyse und Perspektiven für kleine Dachsolaranlagen» | PDF: 5,4 MB